Mladic nach Operation wohlauf

Ratko Mladic: ins Krankenhaus eingeliefert
Foto: APA/VALERIE KUYPERS / POOL

Wegen eines Leistenbruchs kam der Ex-Militärchef der bosnischen Serben ins Spital. Das Verfahren gegen ihn soll beschleunigt werden.

Ratko Mladic ist am Dienstagabend in ein Krankenhaus in Den Haag eingeliefert worden, um sich einer Leistenbruch-Operation zu unterziehen. Er fühle sich nach dem Eingriff gut, berichtete der serbischen Sender B-92 unter Berufung auf Familienmitglieder. Der ehemalige Militärchef der bosnischen Serben Mladic ist wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Mladic hatte zu Beginn seines Verfahrens am 3. Juni erklärt, er sei "ein schwer kranker Mann".

Der Chefankläger des Haager Gerichtes, Serge Brammertz, hatte am Mittwoch eine Teilung des Prozesses gegen Mladic beantragt, um so das Verfahren zu beschleunigen. Laut diesem Vorschlag soll ein Verfahren nur das Massaker von Srebrenica betreffen, das andere alle anderen Mladic angelasteten Kriegsverbrechen. Die Teilung des Prozesses würde demnach eine möglichst schnelle Aufnahme der Verfahren ermöglichen. Zudem wäre sie nach Meinung von Brammertz auch angesichts einer eventuellen Verschlechterung des Gesundheitszustandes des Angeklagten notwendig.

Zwei Auftritte vor dem Tribunal

Mladic war nach 16-jähriger Flucht Ende Mai in Serbien festgenommen und an das UNO-Tribunal überstellt worden. Die Anklage lastet ihm das Massaker an rund Tausenden Bosniaken (Muslimen) in Srebrenica und in weiteren acht bosnischen Gemeinden an, ferner den Beschuss von Sarajevo, aber auch die Geiselnahme von UNO-Soldaten

Bei seinem ersten Erscheinen vor dem Haager Gericht hatte er die Kriegsverbrechensvorwürfe als "monströs" bezeichnet, beim zweiten Auftritt Anfang Juli musste er aus dem Gerichtssaal entfernt werden, nachdem er dem Richter immer wieder ins Wort gefallen war.

(apa / csm) Erstellt am
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