Politik 05.12.2011

Legendäre Kuh Yvonne kehrte zurück

Als Yvonne nicht mehr gesucht wurde, kam die Kuh freiwillig. Bei der Einfangaktion verhielt sie sich wie ein spanischer Kampfstier.

Nachdem sich die vielen Tierschützer zurückgezogen hatten, dürfte es Yvonne im Wald zu langweilig geworden sein. Nun ist das Sommertheater um die berühmteste Kuh Österreichs zu Ende. Dienstag abend ließ sie sich in Bayern von Bauer Konrad Galneder und seiner Tochter Melanie - ohne Zicken zu machen - auf einer Weide mit vier Kälbchen einsperren.
Genau 99 Tage streunte Medien-Kuh Yvonne in den Wäldern um Zangberg im oberbayrischen Landkreis Mühldorf herum. Freitagfrüh wurde die Kuh betäubt und nach Gut Aiderbichl in Deggendorf gebracht.

"Man muss eben ein bisserl wissen, wie man mit Kühen umgeht. Mit jagen kann man eine Kuh nicht erwischen. Mich wundert es nicht, dass sie nicht gefangen wurde", sagt der Landwirt, der noch bis vergangenes Jahr 50 Kühe im Stall hatte. Erkannt wurde Yvonne an ihrem verkürzten, linken Horn und an der Ohrmarke.

Der Hype um Ausreißer Yvonne hat Bauer Galneder 10.000 Euro Belohnung der Bild -Zeitung eingebracht. "So viel Geld hab' ich noch nie für eine Kuh bekommen", lacht der bodenständige Bayer. "Eigentlich kommt öfter eine Kuh aus. Im Herbst, wenn das Futter weniger wird, laufen die Tiere dann wem zu."

Für seine 13-jährige Tochter Melanie war es dann dann doch aufregend, dass die berühmte Waldkuh auf ihrer Weide bei Ampfing Einlass begehrte: "Wir haben ruhig mit ihr geredet. Sie hat Gesellschaft gesucht." "Wir haben sie zwei Tage angefüttert.

Trotzdem hat sie immer aufgepasst wie ein Luchs. Sie war sehr nervös", erzählt der Landwirt.

Betäubt

Freitagfrüh hieß es Abschied nehmen von den Weiden Ampfings. "Wir hätten angeboten, die Kuh noch etwas bei ihren Wahlverwandten weiterzufüttern", erzählt Galneder. Doch für Yvonne heißt es "ab in den Gnadenhof".

Der ehemalige Direktor des deutschen Zoos Hellabrunn, Henning Wiesner, betäubte unter großem Medienaufgebot mit einem Blasrohr die sechsjährige Kuh. Zwei Schüsse waren notwendig. Trotzdem wehrte sich Yvonne mit all ihren Kräften. Ihre Augen wurden verbunden und mehrere Männer hatten ihre liebe Mühe, die wilde Kuh mit Stricken am Traktor festzubinden, nachdem man ihr ein Gegenmittel gespritzt hatte. "Das ist kein Yvonnchen, das ist ein spanischer Kampfstier", meinte Wiesner, als man mehrere Versuche brauchte, um das Rind in den Hänger zu hieven.

Familie

In Gut Aiderbichl in Deggendorf wurde Yvonne von Sohn Friesi und Schwester Waltraut empfangen. Das Trio soll sich in Zukunft eine recht stabile Stallbox miteinander teilen.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011