Politik 28.01.2012

„KZ-Nutten“: Direktor zeigt Schüler an

In Kärnten ermittelt wegen eines Facebook-Eintrags nun die Staatsanwaltschaft.

Weil er Mitschülerinnen in der Internetplattform Facebook als „KZ-Nutten“ beschimpft haben soll, droht einem Jugendlichen ein Strafverfahren wegen NS-Wiederbetätigung: Der Schüler der Kärntner Tourismusschule Villach wurde laut Kleine Zeitung von Direktor Gerfried Pirker bei der Justiz angezeigt.

„Das kann man nicht einfach so hinnehmen. Ich sah mich gezwungen, die Staatsanwaltschaft zu informieren“, begründet der Direktor, selbst promovierter Jurist. „Wir wollen mit der Qualität von Schülern werben. Mit dieser Sache kann man keine Werbung machen.“

Pirker ist von den betroffenen Schülerinnen auf die Facebook-Eintragung aufmerksam gemacht worden. Schon zuvor hatten sich einige Jugendliche im Internet wüst beschimpft.

Der Schüler will sein Posting aber nicht im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus sehen: Er habe so „Komplette Zigeuner-Nutten“ abgekürzt. „Seine Eltern sind bestürzt“, beschreibt der Direktor die Reaktion der Familie des Verdächtigen. Vom Unterricht suspendiert wird der junge Kärntner nicht.

 

( Kurier ) Erstellt am 28.01.2012