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Politik
12/05/2011

KURIER family-coach: Wenn Teenager nerven

Pubertät. Das Ende der Vater-Mutter-Kind-Idylle, stattdessen: totales Chaos. So finden Eltern und Jugendliche trotzdem zueinander.

von Katharina Peyerl

Krisenstimmung im Jugendzimmer. Die 14-jährige Lena lebt im Chaos. Ihre Mutter droht - sollte sie nicht endlich alles in Ordnung bringen - mit Hausarrest. Seit Wochen gibt es zwischen den beiden kaum einen Tag, an dem es friedlich zugeht. Typisch Pubertät: Oft leidet das gesamte Familienleben darunter.

"Man könnte sagen, in der Pubertät gleicht das Gehirn eines Jugendlichen einer Großbaustelle", erläutert KURIER-Familycoach Martina Leibovici-Mühlberger. Der Sohn oder die Tochter zieht sich zurück, redet kaum noch und sieht das meiste radikal anders als die Eltern.

"Jugendjahre"

Der renommierte Erziehungsberater Remo H. Largo und seine Co-Autorin Monika Czernin befassen sich in ihrem neuen Ratgeber "Jugendjahre - Kinder durch die Pubertät begleiten" mit diesem komplexen Thema. Sie appellieren an die Eltern, die Welt aus Sicht der Kinder zu betrachten, damit ein besseres Verständnis möglich wird. Da sich Jugendliche emotional neu orientieren, rät Largo den Eltern, sich Filme wie "Twilight" oder "Herr der Ringe" anzusehen. Auch wenn es den Erwachsenen komisch vorkommen mag: Solche Filme spiegeln die Gefühlswelt Pubertierender sehr schön wider und machen es für die oft ratlosen Eltern leichter, Emotionen zu verstehen.

Bestsellerautor Jan Uwe Rogge will in seinem Ratgeber "Pubertät - Loslassen und Haltgeben" die Sinne der oft verzweifelten Eltern schärfen. Er weiß, dass das Zusammenspiel innerhalb der Familie nur klappen kann, wenn auch Eltern die Regeln befolgen, die sie aufstellen. "Mich überrascht, mit welcher Gutgläubigkeit Eltern meinen, Kinder würden Einsicht zeigen, wenn Grenzen eingefordert werden", schreibt er in seinem Buch. "Natürlich testen Jugendliche Grenzen aus, und Grenzen durch die Eltern fordern den Heranwachsenden heraus." Rogge rät Eltern, für das Kind überschaubare Regeln aufzustellen. Verbote sollen den Heranwachsenden letztlich unterstützen und nicht einengen.

Lösungen

Rogge beschreibt in seinem Ratgeber, dass viele Eltern Konflikte scheuen und der Meinung sind, die Erziehung ende mit der Pubertät des Kindes. Er betont, dass Erziehung immer etwas mit Beziehung zu tun haben muss. Die Eltern sind der aktive Part und sollten das Gespräch unermüdlich suchen. Egal, welche Lösung gefunden wird, der Heranwachsende sollte das Gefühl haben, gestärkt den eigenen Weg gehen zu können. Eltern sollten sagen können: "Ich nehme dich so, wie du bist. Ziehe aus und meistere dein Leben. Wenn du zurückkommst, bist du als gern gesehener Gast willkommen."

"Eine liebevolle Grundverbundenheit im täglichen Umgang ist die Basis, um wieder näher zusammenzurücken", meint KURIER-Family-Coach Leibovici. Einige Vorgehensweisen legt sie Eltern besonders ans Herz: Die Individualität des Kindes sollte von Eltern wahrgenommen werden. Rituale müssen gepflegt und Gemeinsamkeit gelebt werden - vom Abendessen, bei dem die ganze Familie zusammenkommt, über Kinonachmittage bis zum Ausflug am Wochenende.

KURIER Family-Coach-Telefonsprechstunde: Montag, 13 bis 15 Uhr, 01/526 57 60

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