Politik 05.12.2011

Kongo wählt: 18.000 Kandidaten, 500 Posten

© Bild: Reuters/FINBARR O'REILLY

Die zweiten freien Wahlen seit der Unabhängigkeit 1960 werden in dem riesigen afrikanischen Land von der Angst vor Gewalt überschattet.

Der logistische Aufwand ist enorm: In der Demokratischen Republik Kongo wird gewählt. In dem riesigen afrikanischen Land sind heute, Montag, rund 32 Millionen Menschen dazu aufgerufen, in gut 63.000 Wahllokalen einen Präsidenten und ein Parlament zu wählen. Der Kongo hat die Größe Westeuropas, jedoch sind weite Landesteile von Dschungel bedeckt und nur schwer zugänglich. Entsprechend schwierig war es, alle Wahllokale rechtzeitig mit Stimmzetteln zu versorgen - laut dem TV-Sender Al Jazeera gab es Montag früh denn auch in einigen abgelegenen Orten immer noch keine Wahlutensilien.

Es gilt als wahrscheinlich, dass Amtsinhaber Joseph Kabila (40), der seit 2001 die Zügel des riesigen zentralafrikanischen Landes in der Hand hält, als Staatschef bestätigt wird. Sein größter Herausforderer ist der 78-jährige Etienne Tshisekedi, der bereits unter dem Diktator Mobutu mehrmals Ministerpräsident war. Insgesamt bewerben sich elf Kandidaten um das Präsidentenamt.

Tote bei Ausschreitungen

Eine Frau gibt ihre Stimme ab. Insgesamt sind 32 Millionen Menschen aufgerufen, in rund 63.000 Wahllokalen wählen zu gehen.
© Bild: Reuters/FINBARR O'REILLY

Beobachter befürchten schwere Ausschreitungen im Anschluss an die Wahlen. Thisekedi hat seine Anhänger bereits zu Protesten aufgerufen, falls er bei der Abstimmung verlieren sollte. Bereits am Samstag war es zu teils massiven Auseinandersetzungen zwischen seinen Anhängern und der Polizei gekommen. Wie Al Jazeera berichtete, kamen dabei bis zu vier Menschen ums Leben.

Sowohl Kabila als auch Tshisekedi haben sich mangels Meinungsumfragen vor den Wahlen bereits zu Wahlsiegern erklärt. Aus Angst vor Gewalt nach der Stimmenauszählung hat die UNO die Politiker dazu aufgerufen, ihre Anhänger nicht aufzustacheln.

Mehr als 18.000 Kandidaten

Eine Frau gibt ihre Stimme ab. Insgesamt sind 32 Millionen Menschen aufgerufen, in rund 63.000 Wahllokalen wählen zu gehen.
© Bild: Reuters/FINBARR O'REILLY

Parallel zur Präsidentenwahl wird ein neues Parlament gewählt. Mehr als 18.000 Kandidaten hoffen auf eines der 500 Mandate im Parlament. Die Wahlzettel sind meterlang. Es handelt sich erst um die zweite freie Wahl, seit die ehemalige belgische Kolonie 1960 ihre Unabhängigkeit erlangte. Die ersten freien Wahlen fanden 2006 statt. Das Wahlergebnis soll am 6. Dezember veröffentlicht werden.

Erstellt am 05.12.2011