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Politik
09/30/2012

Kabinenluft-Probleme auch im A380

Die Lufthansa gesteht Probleme mit kontaminierter Kabinenluft in ihren Airbus A380 ein: Mehrmals musste die Airline Triebwerke wechseln.

von Alexandra Uccusic

Nach der Fast-Katastrophe eines German­wings-Passagierflugzeugs des Typs A319 im Jahr 2010 räumt nun auch die Lufthansa Schwierigkeiten mit den Triebwerken ein: In den A380-Maschinen habe es mehrmals Probleme mit kontaminierter Kabinenluft gegeben, hieß es bei der Airline laut einem Bericht der Welt am Sonntag. Mehrmals hätten Triebwerke gewechselt werden müssen, da es zu Geruchsvorfällen im Cockpit oder in der Kabine gekommen sei, sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty.

Lufthansa nehme das Problem "sehr ernst", hieß es: "Speziell auf den Airbus A380 bezogen befassen wir uns seit mehr als einem Jahr damit", sagte Lamberty. So habe etwa der Motorenhersteller Rolls-Royce auf Lufthansa-Initiative für das Triebwerk eine Modifikation entwickelt, die bereits in einer ganzen Reihe von Triebwerken eingebaut wurde.

Riesenflieger

Der A380 ist eines der Airbus-Flagschiffe. Mit bis zu 853 Sitzen ist er das größte kommerzielle Flugzeug, das derzeit in Betrieb ist. Der Riesenflieger machte jedoch schon öfter wegen diverser Probleme Schlagzeilen: Die Flügel des doppelstöckigen A380 sorgten Anfang des Jahres für Wirbel, nachdem Techniker bei Routinechecks Haarrisse entdeckt hatten. Und im Juli gab es Triebwerksprobleme bei einem A380 der Singapore Airlines. Die Lufthansa hat insgesamt 15 Stück der Riesenflieger bestellt; zehn wurden bisher geliefert.

Michael Lamberty bestätigte Berichte, dass die Lufthansa technische Veränderungen vor allem beim A380 vornimmt. Zwar gebe es weltweit weiter keinen Nachweis von Vergiftungsfällen in Flugzeugen durch Dämpfe, betonte er; der Konzern wolle jedoch einer Verunsicherung von Passagieren und Crew entgegenwirken. So sollen in die Triebwerke eingezogene Bleche verhindern, dass austretendes Öl von der Kabinenluftanlage angesaugt wird. Zudem prüfen Techniker manuell, ob auch nur geringste Mengen Öl zu finden sind.

Doch die Probleme beschränken sich nicht auf den A380. Wie berichtet, war am 19. Dezember 2010 ein aus Wien kommender Airbus A319 der Lufthansa-Billigtochter Germanwings beim Landeanflug in Köln knapp einer Katastrophe entgangen: Beide Piloten nahmen im Cockpit einen "seltsamen, stark ausgeprägten, unangenehmen Geruch" wahr. Trotz des Einsatzes von Sauerstoffmasken war der Co-Pilot nicht mehr in der Lage, die Maschine sicher zu landen. Auch der Pilot habe sich sehr schlecht gefühlt, konnte aber sicher landen, hieß es in Medien. Der schwere Zwischenfall geht ersten Erkenntnissen zufolge auf giftige Öldämpfe zurück.

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