Politik 13.12.2011

Jagd nach Gottesteilchen: Fenster bleibt offen

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Unabhängig voneinander grenzten zwei Experimente am CERN den Aufenthaltsort des Higgs-Teilchens ein.

Selten noch stieß eine nüchterne wissenschaftliche Ankündigung wie jene des Europäischen Teilchenforschungsinstituts CERN auf derart großes Interesse: Man habe „Fortschritte“ bei der Suche nach dem Higgs-Boson erzielt. Die Aufregung ist allerdings gerechtfertigt, denn ohne Higgs fehlt dem Universum sein wesentlichster Baustein, ein Teilchen, das den bereits bekannten, insgesamt zwölf Teilchen – etwa Quarks und Elektronen –, ihre Masse verleiht.

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dpa/Arne DedertAm Stand des Verlags Edition Lammerhuber sitzen am Dienstag (11.10.2011) auf dem Messegelände in Frankfurt am Main wissenschaftliche Mitarbeiter und Techniker des Forschungszentrums CERN (Genf) vor einer Projektion. In einem nachgebauten L

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EPAepa02931154 (FILE) A file photo dated 30 March 2010 of scientists looking at the first collisions pictures at full power at the CMS experience control room at the European Organisation for Nuclear Research (CERN) in Meyrin near Geneva, Switzerland. Res

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fresko

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HIGGS

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EPAepa02061212 General view of the avalanche in which a German skier died at the Toula Glacier, in the Mont Blanc massif, Italy on 01 March 2010. Authorities said that a woman was dragged downstream for more than 2,000 meters. EPA/STR

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ReutersThe Super Proton Synchrotron (SPS) tunnel, located at the CERN particle research centre near Geneva, is seen in this undated handout photograph. An international team of scientists said on Thursday they had recorded sub-atomic particles travelling

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AP** FILE ** A May 31, 2007 file photo shows a view of the LHC (large hadron collider) in its tunnel at CERN (European particle physics laboratory) near Geneva, Switzerland. One huge scientific experiment being launched Wednesday, Sept. 10, 2008 is descri

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dapdThis is a handout image released by CERN on Tuesday Nov. 9, 2010 illustrating the reconstructed event from the one of the first lead-ion collisions seen by the Compact Muon Solenoid (CMS) experiment at the CERN in Geneva, Switzerland, on Nov. 8, 201

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ATLAS

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APScientists of the European Organization for Nuclear Research (CERN) demonstrate, supported by other European research associations, around the theme "No Budget for research, No futur for Europe" at the CERN in Meyrin near Geneva, Switzerland, Tuesday, A

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dapdIn this 2005 photo provided by CERN, the European Organization for Nuclear Research, technicians check the magnets that will direct protons towards the target for the CERN Neutrinos to Gran Sasso (CNGS) project in Geneva. The project team, a collabora

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REUTERSATTENTION EDITORS - 2 OF 21 PICTURES TO MATCH PACKAGE WORLD POPULATION - SEVEN BILLION - TO FIND ALL PICTURES SEARCH POPULATION-BABY/ NASA undated handout image shows an image of the earth taken from space. The worlds population will reach seven b

Party-Stargast

Der „Higgs-Mechanismus“, der den Elementarteilchen Masse verleiht, wird mit einer Party verglichen, auf der ein Popstar erscheint. Die Gäste bilden das Higgs-Feld. Will der Star den Raum durchqueren, scharen sich die Fans um ihn und machen ihn langsamer. Und er gewinnt an Masse.
Und schon vor Start der Präsentation am Dienstagnachmittag in Genf war klar: Die Physiker sind dem „Gottesteilchen“ dicht auf den Fersen.
Seit Dezember 2010 wurden im Teilchenbeschleuniger LHC (Large Hadron Collider) 500 Billionen Protonenkollisionen ausgelöst. Die Auswertung des Teilchen-Regens, der daraus resultierte, erfolgte in zwei unabhängigen Schwester-Experimenten – CMS und ATLAS. „Bislang waren nur die CMS-Daten bekannt. Die zeigen, dass sich das Higgs-Teilchen auf einen kleinen Energiebereich eingrenzen lässt.“ Das sagte der stellvertretende Direktor des Instituts für Hochenergiephysik, Manfred Krammer.

Dieses „winzige Fenster“, das für das Higgs-Teilchen offen ist, beschreibt der Wissenschaftler mit dem Energiebereich zwischen 115 und 127 Gigaelektronenvolt (GeV; Einheit der Teilchenphysik). Die neuesten Ergebnisse zeigen in einem Teil dieses Massenbereichs, jenem zwischen 120 und 125 GeV, eine „interessante Anhäufung“ so genannter „Zerfallsereignisse“. Dieser Energie-Überschuss ist entweder auf statistische Schwankungen zurückzuführen oder „ein erster Hinweis auf ein Higgs-Boson“. Das ATLAS-Experiment bestätogte am Dienstag diese Ergebnisse. Bis genügend Daten vorliegen, um das „ Gottesteilchen“ dingfest zu machen, wird noch ein weiteres Jahr vergehen.

( Kurier ) Erstellt am 13.12.2011