Zeuge im Buwog-Prozess: Telekom war kein Kleinverein-Sponsor

Zeuge im Buwog-Prozess: Telekom war kein Kleinverein-Sponsor
Ehemaliger Marketing-Chef der Telekom Austria: Werbewert des Sponsoring durch TV-Präsenz messbar

Als zweiter Zeuge des heutigen Verhandlungstages war der ehemalige Telekom-Manager Stefan T. geladen, der bis 2007 dort für Marketing zuständig war. Von Sponsoring an Kleinvereine wie an den Fußballverein von Sierning (OÖ), des Heimatortes vom Ex-ÖVP-Spitzenpolitiker Wilhelm Molterer, habe er nichts mitbekommen. Mit dem angeklagten Lobbyisten Walter Meischberger habe er wenig zu tun gehabt.

Zeuge im Buwog-Prozess: Telekom war kein Kleinverein-Sponsor

Rudolf Fischer

Für die Telekom Austria habe Sponsoring nur auf nationaler Ebene Sinn gemacht, erläuterte der Zeuge. So habe das Unternehmen eine Zeit lang das österreichische Fußball-Nationalteam gesponsert, aber keinen einzelnen Verein. "Wenn Sie heute die Austria sponsern, haben Sie auf jeden Fall die Rapidler gegen sich", schilderte er. Ein weiterer Sponsoringpartner sei das österreichische Damen-Skiteam gewesen. Da habe man den Werbewert - sprich die TV-Zeit, in der das Logo sichtbar war - messen können. Für einen Kleinverein ohne TV-Präsenz hätte das Sponsoring daher keinen Sinn gemacht - "außer es gab andere Gründe", so der Zeuge.

Als Meischberger ihm vorgestellt worden war, habe er ihn zunächst für einen Mitarbeiter von Peter Hochegger gehalten, so Zeuge T. Meischberger sei bei mehreren großen Veranstaltungen der Telekom dabei gewesen, wie Golfturniere oder Ski-Events. Richterin Marion Hohenecker hakte nach, wozu die Telekom "politische Landschaftspflege" betrieben habe, wie es der angeklagte Ex-Telekom-Vorstand Rudolf Fischer ausgedrückt habe.

Es sei darum gegangen, dass "einem politischen Entscheidungsträger in einer entspannten Atmosphäre etwas nahegebracht werden kann", etwa dass es keinen Grund gebe, dass die Telekom so viele Telefonzellen betreiben müsse, weil das ein Verlustgeschäft für sie sei, meinte der Zeuge. Der Angeklagte Rudolf Fischer schaltete sich ein: Die Telekom habe etwa bei einem großen Baustoffhändler, der nicht mehr am Markt sei, dessen Privatmuseum gesponsert - auch das sei "Landschaftspflege" bei einem Kunden. Ohne dieses Sponsoring hätte man diese Baumarktkette nicht ausstatten können.

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