many stacks of educational books at home preparing for exams on a white background

© Getty Images/iStockphoto / DmitriiSimakov/iStockphoto

Politik Inland

Wissenschaftsrat empfiehlt mehr englischsprachige Studien

Besonders auf Bachelorniveau

01/25/2022, 08:59 AM

Der Wissenschaftsrat empfiehlt den Hochschulen den Ausbau der englischsprachigen Studiengebote - insbesondere auf Bachelor-Ebene und in Informatik, Natur- und Ingenieurswissenschaften sowie Gesundheitsberufen. Gleichzeitig solle aber auch gezielt die Mehrsprachigkeit der Studierenden durch mehr kostenlose Deutschkurse gef√∂rdert werden, damit internationale Studierende nach ihrem Abschluss auch in √Ėsterreich bleiben, hei√üt es in einer Dienstag ver√∂ffentlichten Stellungnahme.

Internationalisierung forcieren

Eine effektive Internationalisierung d√ľrfe sich daher nicht auf eine Anglisierung des Studienangebots beschr√§nken. "Die Englischkenntnisse Studierender deutschsprachiger Studieng√§nge sollen ebenso gef√∂rdert werden wie die Deutschkenntnisse jener Studierenden in englischsprachigen Studieng√§ngen", so der Rat. So k√∂nnte etwa mit neuen Formen der Kombination von Kurssprachen experimentiert werden, um interkulturelle F√§higkeiten und Mehrsprachigkeit sowohl der heimischen wie internationalen Studierenden zu f√∂rdern. "Es k√∂nnten z.B. Kurse anf√§nglich in Gruppen getrennt angeboten werden, um einerseits die Englischkenntnisse der √∂sterreichischen Studierenden zu f√∂rdern und andererseits nicht deutschsprachige Studierende langsam an einen gemeinsamen Unterricht auf Deutsch hinzuf√ľhren, indem das Kernwissen des Kurses auf Englisch vermittelt wird."

Gesteigerte Chancen

Da Studentinnen und Studenten in englischsprachigen Bachelor-Studieng√§ngen mindestens drei Jahre in √Ėsterreich verbringen, steigt damit auch ihre Chance, sich erfolgreich zu integrieren. Je besser sie Deutsch k√∂nnen, desto eher w√ľrden sie anschlie√üend einer fachspezifischen T√§tigkeit nachgehen k√∂nnen, so der Rat. Fokussiert werden sollen die englischsprachigen Angebote daher vor allem auf Informations- und Kommunikationstechnologien, Ingenieurwissenschaften, Architektur, Naturwissenschaften und Betreuungsberufe im Gesundheitswesen.

Umgang mit kulturellen Unterschieden

Außerdem schlägt der Rat vor, auch die bestehenden englischsprachigen Studiengänge zu evaluieren. Neben Sprachkenntnissen solle nämlich auch die Aneignung interkultureller Fähigkeiten gefördert werden: "Hierzu gehört die Etablierung einer Willkommenskultur der Inklusion und des Respekts, wie auch der richtige Umgang mit kulturellen Unterschieden."

√Ąhnlich sollte auch beim wissenschaftlichen und k√ľnstlerischen Personal vorgegangen werden. "Deutsch und Englisch sollten in der internen Kommunikation vermehrt in Kombination zum Einsatz kommen, insbesondere bei Arbeitsvertr√§gen des internationalen Hochschulpersonals", meint der Wissenschaftsrat. Die Anforderung mancher √∂sterreichischer Hochschulen an internationale Professorinnen und Professoren nicht-deutscher Muttersprache, innerhalb weniger Jahre nach der Berufung auf Deutsch zu unterrichten, sollte daher zu einer "erstrebenswerten Empfehlung" umgewandelt werden.

Den bei diversen Studien ausgewiesenen hohen Internationalisierungsgrad der österreichischen Hochschulen betrachtet der Wissenschaftsrat mit einem gewissen Vorbehalt. Bei genauerer Betrachtung handle es sich dabei zugleich um eine "Regionalisierung", da Deutsche den Großteil der "internationalen" Studierenden und Lehrenden ausmachen.

Jederzeit und √ľberall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare

Kurier.tvMotor.atKurier.atFreizeit.atFilm.atImmmopartnersuchepartnersucheSpieleCreated by Icons Producer from the Noun Project profilkat