Politik | Inland
26.04.2017

Wiens Justiz nimmt Airbus-Chef ins Visier

Eurofighter-Skandal: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Thomas Enders. Verdacht: Schwerer Betrug.

Nicht nur gegen das Unternehmen Airbus wird seit längerer Zeit ermittelt, nun gerät auch dessen Vorstandschef Thomas Enders ins Visier der Justiz. Es geht um den Verdacht des schweren Betrugs. Enders wird als einer von 16 Beschuldigten geführt, heißt es in informierten Kreisen.

Auslöser war die Betrugsanzeige des Verteidigungsministeriums im Februar gegen die Airbus Defence und Space GmbH (früher EADS Deutschland) sowie die in München ansässige Eurofighter Jagdflugzeug GmbH.

Enders hatte in den letzten Jahren viele Funktionen bei EADS Deutschland inne und mutmaßlich die Netzwerke und Strukturen, über die dubiose Zahlungen geflossen sind, gebilligt, sagte ein Insider zum KURIER.

Kern des Vorwurfs: Österreich sei beim Kauf von schlussendlich 15 Eurofightern getäuscht worden und verlangt nun bis zu 1,1 Milliarden Euro zurück. Das ist die Linie von Heereschef Hans Peter Doskozil. Airbus bzw. die Eurofighter GmbH haben die Vorwürfe stets bestritten, wollten aber die Ausweitung des Verfahrens auf Enders nicht kommentieren.

Die heimische Justiz ermittelt seit 2014 den Korruptionsverdacht im hoch komplexen Eurofighter-Skandal. Seit Februar wird dem Betrugsverdacht nachgegangen. Und im Mai startet ein zweiter U-Ausschuss.