Leopold Gratz und Ludwig Steiner, Noricum-Ausschuss

© Kurier/Sokol Gerhard

1973-1984
09/22/2015

Leopold Gratz: Der Bürgermeister, unter dem die Brücke einstürzte

Mit Helmut Zilk und Michael Häupl holte er praktisch auch schon seine Nachfolger in die Politik.

von Michael Andrusio

Mit dem Namen Leopold Gratz sind untrennbar Begriffe wie Reichsbrückeneinsturz und AKH-Skandal verbunden. Gleichzeitig erreichte der Sozialdemokrat hervorragende Ergebnisse bei den Wahlen und förderte städtebauliche Maßnahmen und holte praktisch seine Nachfolger in die Politik.

Geboren wurde Leopold Gratz 1929 in Ottakring. Noch bevor er Bürgermeister wurde, hatte er schon einen Ministerposten inne. In der Minderheitsregierung von Bruno Kreisky war Gratz 1970/1971 Unterrichtsminister. 1973 folgte er dann Felix Slavik als Bürgermeister. Ein besonderes Anliegen waren ihm das Thema Gesundheit und unter ihm nahmen sowohl Donauinsel als auch die Fußgängerzonen in der Innenstadt Gestalt an. Außerdem wurde der Bau der Entsorgungsbetriebe Simmering und der Hauptkläranlage begonnen.

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Im August 1976 stützte die Reichsbrücke ein und die Opposition forderte daraufhin den Rücktritt des Bürgermeisters. Schatten auf die Amtszeit von Gratz fielen auch durch die Skandale von Bauring und AKH, die Misere rund um das Rinter-Zelt und seine Kontakte zu Udo Proksch.

In seiner Ära wurden 1974 auch gebührenpflichtige Parkscheine eingeführt, 1978 das erste Teilstück der Wiener U-Bahn in Betrieb genommen (die U1 zwischen Karlsplatz und Reumannplatz) und 1979 die UNO-City eröffnet. Zwei Jahre später erschüttert der Mord an Stadtrat Heinz Nittel ganz Österreich.

Leopold Gratz war es auch, der den Fernseh-Mann Helmut Zilk als Stadtrat für Kultur in die Politik holte. Und unter Gratz startete auch Michael Häupl seine Karriere im Wiener Rathaus. 1984 folgte ihm Helmut Zilk als Bürgermeister. Leopold Gratz starb im Jahr 2006.

O-Ton: Leopold Gratz im Interview zum Einsturz der Reichsbrücke

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