Peter Westenthaler muss bis ins neue Jahr auf sein Urteil warten.

© APA/HERBERT PFARRHOFER

Westenthaler-Prozess
11/26/2014

"Parteichef muss das nicht begründen"

Skype-Vernehmung: Autor des Pseudo-Gutachtens für die Casinos sagte im Westenthaler-Prozess aus.

von Ricardo Peyerl

Der so genannte Schweigekanzler Wolfgang Schüssel und der ehemalige Staatssekretär Karl Schweitzer, wegen seines Zivilberufs als Geografie- und Turnlehrer "Purzelbaum-Professor" genannt (eine Kreation des Ex-Fußballpräsidenten Hannes Kartnig), waren schon im Zeugenstand. Nun fehlt noch Karl-Heinz Grasser. Der einstige Finanzminister ist für 4. Dezember geladen, dann macht der Westenthaler-Prozess Pause. Erst am 13. Jänner 2015 soll das Urteil fallen.

Der frühere BZÖ-Obmann und Bundesliga-Vorstand Peter Westenthaler ist wegen Untreue und Betruges angeklagt. Er soll eine Fördermillion für den Fußball-Nachwuchs missbräuchlich zur Tilgung einer Finanzschuld verwendet haben.

Außerdem wird ihm vorgeworfen, eine Schmiergeldzahlung von 300.000 Euro der Lotterien an das BZÖ eingefädelt zu haben. Abgewickelt wurde der Geldfluss über ein sogenanntes Gutachten zum Thema "Responsible Gaming", das Westenthalers Mitarbeiter Kurt Lukasek aus dem Internet "zusammengeschustert" hatte, wie dieser als Zeuge aussagte. Lukasek betreibt heute Flugzeughandel in Abu Dhabi und wurde mittels Skype-Verbindung vernommen. Westenthaler habe ihn um das Papier "für die Casinos" ersucht, "als Parteiobmann muss er das nicht begründen", sagte Lukasek. Responsible Gaming, also verantwortliches Spielen, übersetzte der Zeuge so: "Das ist wie verantwortliches Rauchen oder Drogennehmen."

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