"Widerlich": SPÖ-Chef Babler reagiert emotional auf Kickls Watschn-Sager
Eine "g"sunde Watschen" habe noch niemandem geschadet, hieß es einst im Volksmund. Heute ist Schwarze Pädagogik nicht nur überholt, sondern auch strafbar. Kinder haben in Österreich das Recht, gewaltfrei erzogen zu werden. Das ist seit 1989 in der Verfassung verankert. Die Prügelstrafe an Schulen wurde bereits 1974 abgeschafft, Züchtigung am Arbeitsplatz ist seit 1982 verboten.
Eine Entwicklung, die FPÖ-Chef Herbert Kickl offensichtlich nur teilweise für richtig hält. Bei seiner Kundgebung am 1. Mai in Linz schwärmte Kickl von der guten alten Zeit, als Ausländer eine Minderheit in Schulklassen und Integration eine Bringschuld gewesen seien. Folgender Satz sorgte für besonders große Empörung: "Und wenn sie nicht gespurt haben, dann hat ein Lehrer, der noch eine Respektsperson gewesen ist, ein bisserl nachgeholfen – und das hat niemandem geschadet, wenn ich das so sagen darf!" Danach deutete Kickl mit seiner rechten Hand eine Ohrfeige an.
"In so eine Zeit mag man nicht zurück"
Mit einigen Tagen Verspätung hat auch Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) via Instagram auf Kickls Sager reagiert. Im kurzen Videobeitrag für "alle, denen Kinderrechte nicht egal sind", wirkt Babler angefasst, hat beinahe Tränen in den Augen. Er finde Kickls Aussagen "unerhört und widerlich", meint der SPÖ-Chef eingangs. "Ich sag es euch ganz ehrlich, in so eine Zeit mag man nicht zurück."
Man habe hart dafür gekämpft, dass Kinder in Österreich endlich gewaltfrei aufwachsen können: "Ich kann euch alle nur dazu einladen, dafür zu kämpfen, dass solche Leute wie der Herbert Kickl nie eine Verantwortung haben, nie Bundeskanzler sind, damit wir nicht in diese dunklen Zeiten unserer Geschichte zurückkehren, dafür kämpfen wir." Allen Kindern alle Rechte zu garantieren, sei das Wichtigste, "was wir in einer Gesellschaft" machen können, so Babler.
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