Wählen Sie KURIER als bevorzugte Google-Quelle

Causa Ruck: Wie es zur gemeinsamen Erklärung der WK-Präsidenten kam

Es sei kein einfaches Unterfangen gewesen, weil sich einige Präsidenten gerade auf Urlaub befanden.
46-195547952

Dass es im Vorfeld des Rücktritts von Walter Ruck eine gemeinsame Erklärung der anderen acht Landespräsidenten der Wirtschaftskammer gab, hatte viele verwundert. Immerhin ist da zu lesen, dass die „mediale Berichterstattung auch uns in eine schwierige Position“ gebracht habe und die Affäre mittlerweile die gesamte Organisation belaste. Angesprochen wurden da vor allem die Aussagen von Walter Ruck, die Medien zugespielt worden sind.

Gleichzeitig erklärten die acht Landespräsidenten, dass sie weiterhin voll hinter dem Reformweg von Martha Schultz, Präsidentin der Wirtschaftskammer Österreich, stehen würden. Einen „kolportierten internen Machtkampf“ gebe es nicht.

Der Schritt kam nicht von ungefähr. Auslöser dürfte der stellvertretende Wirtschaftsbund-Chef und burgenländische Wirtschaftskammerpräsident Andreas Wirth gewesen sein. Der hatte gegenüber Medien erklärt, dass er für einen Rücktritt von Walter Ruck keinen Grund sehe. Die kolportierten Aussagen seines Wiener Kollegen seien nicht bestätigt und die Tonaufnahmen illegal angefertigt worden.

Das hatte für große Unruhe gesorgt, weil Martha Schultz wenige Tage davor im Bundesparteivorstand für den Parteiausschluss von Walter Ruck aus der ÖVP stimmte, der von Bundesparteiobmann und Bundeskanzler Christian Stocker gestellt worden war. Martha Schultz hatte ihr Verhalten dann auch noch in einem Schreiben an die Landesobleute des Wirtschaftsbundes gerechtfertigt.

Unruhe in der Kammer

Die Aussagen von Wirth wurden schließlich als Widerstand innerhalb des Wirtschaftsbundes gedeutet. Andreas Wirth meldete sich zwar danach bei mehreren Funktionären, um klarzustellen, dass das nicht so gemeint war. Dennoch war die Katze aus dem Sack. Dazu kamen Medienberichte von einem Machtkampf im Wirtschaftsbund. Der – laut Insidern – aus der Luft gegriffen sei. In der Wirtschaftskammer und im Wirtschaftsbund wurden dennoch Stimmen laut, die befürchteten, dass sich die Affäre Walter Ruck gegen Präsidentin Martha Schultz richten könnte.

Deswegen wurde Karlheinz Kopf, ehemals Generalsekretär in der WK-Zentrale in Wien und jetzt WK-Präsident in Vorarlberg, aktiv. Er organisierte die gemeinsame Erklärung der Landespräsidenten. Mit dem Ziel, Österreich-Chefin Martha Schultz in der Debatte Rückendeckung zu geben.

Das war gar kein einfaches Unterfangen, weil sich einige Präsidenten gerade auf Urlaub befanden. Letztlich konnte Kopf alle Unterschriften einholen und das Statement öffentlich machen.

Kommentare