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03.10.2017

Umfrage: ÖVP und FPÖ bei Jugend gleichauf

Für die Studie wurden 3.000 Österreicherinnen und Österreicher zwischen 14 und 29 Jahren befragt.

ÖVP und FPÖ liegen bei Österreichs Jugend gleichauf. Laut einer Umfrage des Jugend Trend Monitors, der am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien präsentiert wurde, kämen die Schwarzen bei den 14- bis 29-Jährigen auf 24,0, die Blauen auf 23,9 Prozent. Deutlich dahinter folgt die SPÖ 13,1 Prozent. Die Grünen würden 9,7 und die Neos 6,1 Prozent der Jugendlichen wählen.

Für die von Marketagent.com und DocLX vorgestellte Studie wurden im Sommer mehr als 3.000 junge Österreicher und Österreicherinnen zu den unterschiedlichsten Themen befragt. Was die Integration von Ausländern betrifft, funktioniert diese nur für etwa 14 Prozent gut oder sehr gut, knapp die Hälfte vergeben ein "mittelmäßig", während der Rest mit eher schlecht oder sehr schlecht bewertet. Welcher Partei traut man diesbezüglich die besten Konzepte zu? Die Liste Kurz liegt hier mit 20,4 Prozent klar vor der FPÖ mit 16,6 und der SPÖ mit 14,1 Prozent. Spitzenreiter war aber die Antwortmöglichkeit "keine politische Partei" mit 28,2 Prozent der Nennungen.

Österreichs Jugend pro Brüssel

Abgefragt, welche Werte Migranten mitbringen müssen, um sich erfolgreich zu integrieren, liegt der Respekt mit zwei Drittel der Nennungen weit vorne. Sinn für Gleichberechtigung, Toleranz und Höflichkeit wurden von jeweils etwa einem Drittel genannt. Als sinnvolle Maßnahmen werden von je etwa der Hälfte Sprach- und Bildungsförderung in Kindertageseinrichtungen sowie Gratis-Deutschkurse angegeben.

Was die Einstellung zur EU betrifft, ist Österreichs Jugend mehrheitlich pro Brüssel eingestellt. Etwas mehr als die Hälfte sieht die Union eher oder sehr positiv, während der Rest neutral oder skeptisch eingestellt ist. Noch deutlicher fällt das Ja zum Euro als Währung mit 60,8 Prozent aus. Jeweils rund 20 Prozent glauben, dass es Euro und EU auch in 20 Jahren in ihrer heutigen Form noch geben wird - allerdings ohne die Türkei, wenn es nach jenen 80 Prozent geht, die gegen einen EU-Beitritt von Ankara sind.

Hoffnung auf Bekämpfung des Terrorismus

Groß ist die Erwartungshaltung an die EU. 58,6 Prozent erhoffen sich die Bekämpfung des Terrorismus von Brüssel, 56,6 Prozent klare Lösungen in Sachen Einwanderungspolitik sowie 52,4 Prozent die internationale Friedensförderung. Befragt nach den Vorteilen der Union, liegt die Reisefreiheit mit fast zwei Dritteln weit vorne, gefolgt von der Niederlassungsfreiheit. Nachteile sieht nicht ganz die Hälfte im Konkurrenzdruck auf kleine Unternehmen, Einzelhändler und Bauern. Mehr als ein Drittel sieht die Individualität einzelner Länder in den EU-Vorschriften zu wenig berücksichtigt. Für fast ebenso viele leiden Umwelt- und Tierschutz unter der preisgünstigen Massenproduktion.

Ungeachtet der positiven Grundstimmung fühlen sich fast 40 Prozent am ehesten dem jeweiligen Bundesland zugehörig, wobei die Tiroler hier am obersten, die Wiener am untersten Ende der Skala zu finden sind. 34,8 Prozent fühlen sich als Österreicher, 10,8 Prozent als Europäer und 10,1 Prozent der Jugendlichen als Weltbürger.

Der Pkw-Führerschein ist heute nur mehr drei Viertel der Jugendlichen grundsätzlich wichtig, ein eigenes Auto für 41,7 Prozent. Immerhin verbinden 63,6 Prozent noch immer Freiheit und Unabhängigkeit mit einem eigenen Vehikel, knapp der Hälfte hilft es Zeit zu sparen und bietet Komfort. "Ist unnötig" meinen nur 2,9 Prozent der Befragten.

Vermutlich da die Umfrage vor den aktuellen Diskussionen rund um mögliche Fahrverbote durchgeführt wurde, würden sich mehr als 40 Prozent bei einem Autokauf für einen Dieselmotor entscheiden, 23,5 für einen Benziner und ein Fünftel für Elektroantrieb. Letzterer wird generell von zwei Dritteln grundsätzlich positiv beurteilt. Auch Carsharing hat bei mehr als der Hälfte ein gutes Image. Und 40 Prozent glauben, dass "autonomes Fahren" in fünf Jahren auf Österreichs Straßen Realität sein wird, während der Rest eher skeptisch bleibt.

Jugend reist zweimal jährlich

Bargeld ist für mehr als die Hälfte der Jugendlichen das Zahlungsmittel der Wahl, gefolgt von der Bankomatkarte (28,7 Prozent) und (Sofort-)Überweisung mit 7,8 Prozent. Dass Österreich bald ohne Münzen und Scheine auskommen wird, ist für 53,2 Prozent unvorstellbar, während ein knappes Viertel diese Zukunftsvision für durchaus real hält. Begrüßenswert wäre eine bargeldlose Gesellschaft allerdings nur für ein Fünftel der Jugendlichen.

Im Durchschnitt verreisen die Burschen und Mädchen zweimal jährlich zu privaten Zwecken, wobei das eigene Land für mehr als 60 Prozent die Lieblingsdestination ist. Dahinter folgen Italien (47,8 Prozent), Kroatien (43,1) und Spanien (30 Prozent). Wenn jedoch Geld keine Rolle spielen würde, sieht sich ein Viertel in einer Villa in der Karibik, 13,8 Prozent cruisen in einem Wohnmobil durch Amerika und ein Zehntel startet einen Abenteuer-Urlaub in Australien. In der Realität ist bei jeweils etwa 40 Prozent die Angst vor Terror, Diebstahl oder Krankheit mit im Gepäck.