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17.10.2017

Van-der-Bellen-Wähler wählten kaum Grün

Nur sieben von hundert Wählern des Bundespräsidenten gaben seiner ehemaligen Partei ihre Stimme, wie eine ORF-Wählerstromanalyse zeigt.

Bei der Bundespräsidenten-Wahl im Vorjahr hat der frühere Grünen-Chef Alexander Van der Bellen den FPÖ-Kandidaten Norbert Hofer mit 54 zu 46 Prozent geschlagen. Bei der Nationalratswahl am 15. Oktober gab es hingegen eine klare Mehrheit für Parteien rechts der Mitte: Fast 58 Prozent wählten ÖVP und FPÖ. In einer speziellen ORF-Wählerstromanalyse des Sora-Instituts für die "ZiB 2" wurde nun untersucht, wie die Wähler gewandert sind.

Nur sieben von hundert Van-der-Bellen-Wählern zu Grün

Insgesamt 4,6 Millionen Menschen gingen zur Wiederholung der Stichwahl. 2,5 Millionen davon haben Alexander Van der Bellen gewählt. Von diesen Wählern gingen bei der Nationalratswahl rund 990.000 Stimmen an die SPÖ, 703.000 Stimmen an die ÖVP, 230.000 an Neos und 195.000 an die Liste Pilz. Erst dann folgen die Grünen mit nur 172.000 Stimmen. Auf sonstige und Nichtwähler entfallen in dieser Auflistung 183.000 Stimmen.

SORA-Chef Christoph Hofinger bezeichnete dieses Ergebnis im ORF als "bitter für die Grünen". Laut der aktuellen Hochrechnung inklusive Briefwahl gingen bei der Wahl am Sonntag insgesamt rund 190.000 Stimmen an die Grün-Partei, was ein Gesamtergebnis von rund 3,8 Prozent bedeutet. Eine etwas höhere Mobilisierung unter den Van-der-Bellen-Wählern hätte die Grünen also über die Vier-Prozent-Hürde drücken können. Sie wählten aber im höheren Maße Pilz und sogar die liberalen Neos. Nur sieben von hundert Van-der-Bellen-Wählern entschieden sich für dessen frühere Partei.

Hofer-Wähler homogener

Weniger überraschend war das Verhalten der 2,1 Millionen Hofer-Wähler: Mehr als die Hälfte, also 1,1 Millionen, wählten auch Hofers FPÖ. 764.000 entschieden sich für die ÖVP, 163.000 für die SPÖ. Ströme zu sonstigen Parteien und zu den Nichtwählern sind mit 70.000 Stimmen zu vernachlässigen.

Weniger Nichtwähler bei NR-Wahl

Von den 1,8 Millionen Nichtwähler bei der Bundespräsidentenwahl gingen zwei Drittel, also 1,2 Millionen wieder nicht zur Wahl. 202.000 dieser Nichtwähler stimmten aber diesmal für die SPÖ. 167.000 für die FPÖ und 121.000 für die ÖVP. Sonstige: 79.000.

Mehr als eine halbe Million Nichtwähler der Hofburg-Wahl ließen sich also diesmal mobilisieren. Hofinger führt dies aus den Dreikampf zwischen SPÖ, ÖVP und FPÖ zurück, der diesmal besonders ausgeprägt gewesen sei.