© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
05/19/2019

Vilimsky: "Wer war noch nie stockbetrunken?"

Der Generalsekretär relativiert das Ibiza-Video und schließt rechtswidrige Geldflüsse zur FPÖ aus

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky schließt auch nach dem Ibiza-Skandal aus, dass auch nur ein Euro rechtswidrig an die FPÖ oder in einen ihrer Wahlkämpfe geflossen ist. Das betonte er in der ATV-"Elefantenrunde" zur EU-Wahl. Im Gegenteil glaubt er, dass sich SPÖ und ÖVP über Gelder an Personenkomitees ihre Kampagnen finanzieren.

Anlass für die Aussagen war jenes auf Ibiza aufgenommene Video, in dem FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache einer vermeintlich russisch-lettischen Oligarchin erklärt, wie man die Freiheitlichen am Rechnungshof vorbei finanziell unterstützen könnte.

Vilimsky relativiert desaströses Ibiza-Video

Vilimsky ging auch gleich in die Gegenoffensive und warf der ÖVP vor, dass man ganz bewusst die "rot-weiß-rote Erfolgsregierung" in den Sand gesetzt habe. Dies sei nur geschehen, um wieder die alten Zustände zwischen Rot und Schwarz mit Asylchaos und Proporz herzustellen.

Was von Strache und dem zurückgetretenen Klubobmann Johann Gudenus auf Ibiza gesagt wurde, ist zwar aus Vilimskys Sicht nicht akzeptabel, es sei aber unter "massivem alkoholischen Einfluss" geschehen: "Wer war noch nie stockbetrunken und hat einen Blödsinn gesagt?"

Vilimsky vermutet Geheimdienst-Hintergrund

Mehr als bedenklich findet es der freiheitliche Spitzenkandidat für die EU-Wahl, dass diese "Wahlkampf-Bombe" aus dem Ausland von zwei prononciert linken Zeitungen gesetzt worden sei. Zudem müsse die ganze Sache Geheimdienst-Hintergrund haben.

Die Listenzweite der ÖVP, Staatssekretärin Karoline Edtstadler, bestätigte indirekt, dass die ÖVP den Rücktritt von Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) gefordert habe. Denn angesichts der Vorwürfe wäre er oberster Chef der Ermittlungsbehörden gewesen, und das als FPÖ-Generalsekretär zu der Zeit, zu der Strache seine Aussagen getätigt habe: "Das geht sich für mich nicht aus." Die Neuwahlen sah Edtstadler als einzig gangbaren Weg angesichts der "schockierenden Bilder" von Strache und dessen angekündigtem Machtmissbrauch.