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Politik Inland
02/04/2019

Van der Bellen: "Österreich ist mitverantwortlich für die Shoa"

Van der Bellen zollt Israels Präsidenten Rivlin Respekt für Demokratie. Das Gespräch mit Premier Netanjahu wurde auf Dienstag verschoben.

von Johanna Hager

Bei Prachtwetter trafen Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Israels Präsident Reuven Rivlin Montag Vormittag zusammen. Im Beisein von Bildungsminister Heinz Faßmann, Digitalisierungsministerin Margarete Schramböck, WKO-Vizepräsidentin Martha Schutlz sowie Oskar Deutsch, dem Präsidenten der israelitischen Kultusgemeinde, betonte Rivlin in seiner Rede mehrfach, dass Israel ein "jüdischer, demokratischer Staat" sei.

Rivlin begrüße es, dass die "Zusammenarbeit von Österreich und Israel beiden Ländern wirtschaftlich zuträglich" sei. Er betonte aber auch, dass es "keine Kompromisse in Bezug auf Werte geben kann." Jeden Tag wünsche man sich Frieden in Israel. Gefährdet sei dieser Friede insbesondere durch ein Land: "Das iranische Regime ist der Feind Israels", sagte Rivlin. Dabei gehe Gefahr nicht nur von dessen Atom - sondern auch vom Raketenprogramm aus. Zudem warnte Israels Präsident vor der Gefahr des steigenden Antisemitismus - auch in Östereich. "In ihrem Land gab es im Vorjahr 50 antisemitische Vorfälle." 

Alexander Van der Bellen nahm in seiner Rede erst zur Geschichte beider Länder Stellung. "Uns verbindet eine grausame Geschichte. Die Shoah. Lassen Sie mich unmissverständlich sagen und wiederholen: "Österreich ist mitverantwortlich für die Shoa. Viele Österreicherinnen und Österreicher waren unter den Täterinnen und Tätern."

Aufgrund der Geschichte und der Geografie sprach Van der Bellen seine Anerkennung aus. "Israel ist eine Festung von Demokratie und Freiheit hier im Nahen Osten. Österreich ist von Freunden umgeben. Mich beeindruckt, dass Sie Ihre Demokratie in einer sehr schwierigen Umgebung errichtet und erhalten haben. Eine vielfältige, starke, lebendige Demokratie. Auch das verbindet uns."

Außerdem gebe es mittlerweile zahllose Kooperationen im wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Bereich, wie beiden Präsidenten vor ihrem Gespräch die Medien wissen ließen. Sowohl im Bereich der Tourismus als auch im Bereich der Wirtschaft und Wissenschaft gebe es nur einen Trend - und der gehe nach oben, so Van der Bellen.

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