Aufregung um Milliarden-Kürzung: So viel Geld bekommen Österreichs Unis
Erstmals seit Einführung des Universitätsgesetzes Anfang der 2000er-Jahre könnten die Mittel für die Universitäten in der anstehenden Leistungsvereinbarungsperiode 2028 bis 2030 zurückgehen. Das sehen zumindest die vorläufigen Pläne für das kommende Budget bzw. Unibudget vor. Bisher war ein stetes Anwachsen in den jeweils dreijährigen Perioden üblich - wenn auch in unterschiedlichem Tempo.
SPÖ-Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner versuchte am Freitag etwas zu beruhigen, der Aufschrei war dennoch groß.
Wie kommen die Uni-Budgets aber nun wirklich zustande?
Diese werden seit dem vollen Inkrafttreten des Universitätsgesetzes für jeweils drei Jahre vergeben. Das geschieht schon relativ frühzeitig. Bis zum Herbst des jeweils vorvorigen Jahres der Periode muss diese Gesamtsumme stehen, im Jahr vor Inkrafttreten wird es dann auf die einzelnen Unis verteilt. Heuer ist man besonders früh dran, weil im Doppelbudget 2027/28 schon die Uni-Mittel für 2028 festgelegt werden müssen.
Start mit 7 Milliarden Euro
Die ersten Unibudgets nach dem neuen System wurden für die Periode 2007 bis 2009 erstellt und betrugen knapp sieben Mrd. Euro. Für 2010 bis 2012 gab es dann 8,3 Mrd. Euro, für 2013 bis 2015 9,1 Mrd. Euro und für 2016 bis 2018 9,7 Mrd. Euro. 2019 bis 2021 wuchsen die Mittel auf elf Mrd. Euro, 2022 bis 2024 dann auf 12,3 Mrd Euro.
Diese Zuwächse waren zwar im Detail unterschiedlich stark, aber durchaus miteinander vergleichbar - teils gab es Extra-Geld als Ersatz für die abgeschafften allgemeinen Studiengebühren oder für die Verbesserung der Betreuungsrelationen. Für die aktuelle Periode 2025 bis 2027 änderten sich aber die Umstände.
In Folge der Corona-Pandemie und des russischen Angriffs auf die Ukraine kletterte die Inflation mitten in der Leistungsvereinbarungsperiode 2022-2024 in eine Höhe, mit der bei Erstellung der Uni-Budgets niemand gerechnet hatte. Die Unis drängten daher vehement auf eine nachträgliche Abdeckung der Mehrkosten. Diese kam zwar, blieb aber weit unter den Forderungen - die Unis mussten daher einsparen bzw. auf Rücklagen zurückgreifen.
Als eine Art Ausgleich wurde dafür das Uni-Budget für 2025 bis 2027 um über 30 Prozent erhöht und wuchs auf knapp über 16 Mrd. Euro (exklusive Ärztegehältern an den Medizinunis). Für die kommende Periode errechnete die Universitätenkonferenz einen Bedarf von 18 Mrd. Euro, um die Inflation abzudecken (allerdings inklusive Ärztegehälter). In den derzeitigen Budgetplänen sind für 2028 bis 2030 rund 15,5 Mrd. Euro vorgesehen - wobei diese Zahlen offenbar noch nicht in Stein gemeißelt sind.
Die Einnahmen der Unis
Bricht man die Einnahmen der heimischen Universitäten herunter ergibt sich folgendes Bild. 2024 erhielt die Uni Wien das meiste Geld aus Bundesmitteln, knapp 655 Millionen Euro. Dazu kamen 133 Millionen Euro über F&E-Projekte (kurz gesagt: zusätzlich eingeworbene Forschungsförderung), 18,3 Millionen wurden über Studienbeiträge eingenommen.
Hier eine detaillierte Auflistung der Einnahmen:
Auf Platz zwei und drei der Einnahmen aus dem Bund folgen die MedUni Wien (625 Millionen) und TU Wien (rund 410 Millionen). Was F&E-Projekte angeht hat die MedUni die Nase vorne.
Einzig bei den Erlösen durch Studienbeiträge gibt es eine vermeintliche Überraschung: Die Donau-Uni Krems (Universität für Weiterbildung) liegt hier nur knapp hinter der Uni Wien. 2024 wurden knapp 17,6 Millionen durch Studiengebühren eingenommen.
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