Milliarden-Kürzung beim Uni-Budget: Was Studierende jetzt erwarten
Die Budgetkürzungen treffen auch den Hochschulbereich in Österreich: Massive finanzielle Einschnitte werden erwartet. Am Montag wurden die Universitätsleitungen von der Bundesregierung über die bevorstehenden Kürzungen informiert. So sollen laut an den Universitäten kursierenden Zahlen für die 22 öffentlichen Unis des Landes künftig 15,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen - ein Minus von einer Milliarde Euro.
Dabei inkludiert sind unter anderem die Gehälter der Fachärzte an Unikliniken. In der aktuellen Leistungsvereinbarungsperiode beträgt das Budget noch 16,5 Milliarden, Uni-Rektorinnen und -Rektoren haben erst im März auf eine Erhöhung gepocht. Stattdessen werden nun wohl Forschung und Lehre zurückgefahren.
Die Bundesregierung betont indes, dass die Größenordnung der Einsparmaßnahmen noch nicht feststehe.
Mittel ohnehin nicht ausreichend
Welche Bereiche in der kommenden, dreijährigen Finanzierungsperiode bis 2030 konkret von Kürzungen betroffen sein werden, ist ebenfalls noch nicht bekannt. Laut Wissenschaftsministerin Eva Holzleitner (SPÖ) gebe es aufgrund der laufenden Budgetverhandlungen noch "Spielraum."
Weitaus weniger zuversichtlich zeigen sich indes Studierende der Hauptuniversität Wien bei einem Lokalaugenschein: "Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo man hier noch sparen will", sagt Psychologiestudentin Vanessa zum KURIER. Auch in puncto Forschung befürchte sie die Konsequenzen der Kürzungen. Ähnlich sehen das Marie und Emmy: "Wir hatten bisher nicht den Eindruck, dass generell ausreichend Mittel zur Verfügung stehen." Bisher würden sie sich aber noch keine Sorgen machen, wie sich das auf das Studium auswirken könnte.
Weitaus mehr Kopfzerbrechen bereitet die Hiobsbotschaft der Regierung Fanny, Maike und Lea. Neben dem Studium arbeiten sie auch - an der Uni. "Es beschäftigt uns natürlich, ob die Budgetänderung nicht auch personelle Konsequenzen zur Folge haben könnte." Neben Postenabbau und Stundenkürzungen erwarten die drei Mitarbeiterinnen an einem geisteswissenschaftlichen Institut weitere Einschnitte in den Fachbereichen: So rechnen sie mit Kürzungen bei Nischen-Fächern, auch Dozenten könnten dem Rotstift zum Opfer fallen.
Qualitätsverschlechterung als Folge?
Selbiges befürchtet Germanistikstudentin Anna-Sophie: "Ich frage mich, wie das künftig mit externen Lehrenden aussehen wird." Derzeit besuche sie eine Lehrveranstaltung mit einer solchen, die großen Mehrwert für ihre Ausbildung mitbringe. Die Kürzungen könnten demnach Qualitätsverschlechterungen der Ausbildungen mit sich ziehen.
Bisher ist unklar, ob Angestellte gekündigt, Forschungsprojekte gestrichen oder die Unis doch ganz andere Veränderungen erwarten werden. "Es ist jedenfalls nie ein guter Schritt in der Wissenschaft und Bildung zu sparen. Das ist nicht vorausschauend", sagt Lehramtsstudent Maximilian Almer dazu. Er sehe einen langfristigen wirtschaftlichen Nachteil als logische Konsequenz.
"Kürzungen habe ich ohnehin in allen Bereichen erwartet aufgrund der allgemeinen Budgetsituation, aber ich habe nicht erwartet, dass es so einschlägt", sagt Thomas Zechmeister. Sein Energietechnik-Studium hat er zwar bereits abgeschlossen, er sehe aber für die Unis einen klaren Nachteil in der Zukunft. Auf Unverständnis stößt die Entscheidung auch bei Studentin Ylva: "Das sind falsche Prioritäten, wenn man bei der Ausstellung spart, aber Millionen in den Song Contest investiert werden."
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