Uni-Budget: Super-GAU mit Ansage
Klar müssen derzeit alle in der Republik sparen, auch die Unis. Doch seit gestern ist klar: Österreichs 22 Universitäten stehen vor massiven Kürzungen. Für das Uni-Budget 2028 bis 2030 sollen statt der erhofften 18 Milliarden nur 15,5 Milliarden Euro zur Verfügung stehen. Derzeit sind es 16,5 Milliarden. Da aber Inflation die personalintensiven Universitäten Jahr für Jahr teurer macht, beläuft sich das reale Minus auf 2,5 Milliarden Euro – „überzogen“ war die Forderung der Unis also nie.
Das Wissenschaftsministerium und Ressortchefin Eva-Maria Holzleitner sind dem Vernehmen nach verstimmt, dass die Präsidentin der Universitätenkonferenz (Uniko) Brigitte Hütter die vorläufigen Zahlen öffentlich gemacht hat. Noch gebe es schließlich Verhandlungsspielraum. Aber hätten die Unis wirklich schweigen sollen, um erst nach dem Budgetbeschluss still zu vermelden, dass Forschung und Lehre zurückgefahren und Forscherinnen und Forscher gekündigt werden müssen?
Hütter sprach wohl zu Recht von einem „Super-GAU“ für Unis, Wirtschaft und Gesellschaft. Denn selbst wenn Holzleitner noch ein paar Millionen herausverhandeln kann: An dieser Einschätzung ändert sich nichts.
Eigentlich müsste man nicht erklären, dass ein rohstoffarmes Land wie Österreich auf Forschung und Entwicklung angewiesen ist – oder dass Kürzungen in Lehre und Forschung Exzellenz kosten und den „Brain Drain“ beschleunigen. Das sollte selbstverständlich sein.
Was wirklich wütend macht, ist der größere Blick: Warum werden Spitäler nicht zusammengelegt? Warum bleibt bei den Bund-Länder-Verhandlungen, wo gigantische Sparpotenziale lägen, alles blockiert, und wir nehmen das einfach hin, weil: Kann man nix machen, war eh immer so! Und wem nützt die einprozentige Senkung der Lohnnebenkosten – außer dass sie eine Zwei-Milliarden-Lücke ins Budget reißt?
Kurzum: Warum ist nicht zu erkennen, dass alle Verantwortlichen in dieser Republik den absoluten Ernst der budgetären wie auch der geopolitischen Lage verstanden haben und entsprechend tiefe, vielleicht auch schmerzliche Reformen und Einschnitte umsetzen – und nicht einfach nur den bequemsten Weg nehmen? Bei Unis zweieinhalb Milliarden einsparen zu wollen, ist nicht nachvollziehbar. Und erwartbare Argumente wie „Dann kürzt halt bei Gender Studies“ sind politisch vielleicht attraktiv, lösen das Problem arithmetisch aber nicht einmal im Ansatz.
Einen Spartipp gäbe es: Die Studie des WIFO für die Uniko von 2022, die belegt, dass sich jeder in Universitäten investierte Steuer-Euro bereits kurz- bis mittelfristig eins zu eins amortisiert und langfristig eine hervorragende fiskalische Rendite erzielt – die hätte sich Uniko schlicht sparen können. Denn offenbar hat die niemand gelesen.
Kommentare