Schokolade mag es wohl temperiert bei 12 bis 18 Grad

© APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
02/19/2021

Unbestechlich: WKStA lehnt Süßigkeiten von Twitter-Usern ab

"Candy-Storm" nach Kritik an Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft.

Nach der Kritik an der WKStA durch die ÖVP startete der User "Dr. Philoponus", seinen Tweets zufolge nicht zwingend ein Stammwähler der Volkspartei, eine sicherlich süß gemeinte Aktion: Er schickte an die Adresse der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft via Amazon 1,06 Kilogramm Schoko-Kekse.

Unter dem Hashtag #SweetsForWKSTA rief er gleichgesinnte Twitter-User am Donnerstag dazu auf, es ihm nachzumachen. "Wollen wir unserer Korruptionsstaatsanwaltschaft nicht zeigen, wie sehr wir ihre Arbeit schätzen?", fragte er.

Süßigkeiten aus Solidarität

Hintergrund: Die ÖVP hat die Anklagebehörde in den vergangenen Tagen auf Pressenkonferenzen und im Parlament teils scharf kritisiert. Die Hausdurchsuchung bei Blümel sei nicht ausreichend begründet gewesen, so die ÖVP. Die Opposition, aber auch die Grünen, weisen das zurück und sprechen von einem Angriff auf die unabhängige Justiz.

Zurück zu den wichtigen Dingen: Aus Solidarität für die Korruptionsjäger schlossen sich Dutzende User an. Manner-Schnitten wurden in die Wiener Dampfschiffstraße geschickt, andere Twitter-User sandten einen Eimer Goldbären und ein mutmaßlicher Gegner der WKStA "vegane Kekse". Mehr als 60 "Solidaritäts-Pakete" zählte Dr. Philoponus bisher.

Ein Fall für Kogler

Am Nachmittag äußerte sich schließlich die WKStA höchstpersönlich via Aussendung zu der Aktion. Ja, man schätze das "Zeichen der Wertschätzung" und bedanke sich. Aber man verzichte auf eine Beschlagnahmung der kalorienreichen Pakete: "Gleichzeitig ist die Annahme solcher Zuwendungen jedoch nicht mit unseren Compliancerichtlinien vereinbar, weshalb uns die Entgegennahme nicht möglich ist." Man bitte um "entsprechendes Verständnis", zeigten sich die Korruptionsjäger unbestechlich.

Wie geht es nun mit den Süßigkeiten weiter? Laut WKStA werden sie "an die zuständige Compliance-Stelle des Bundesministers für Justiz gemeldet". Diese habe über die weitere Verwendung "der allenfalls auch verderblichen Lebensmittel" zu entscheiden.

Zudem bittet die WKStA darum, von "weiteren Zusendungen dieser Art" abzusehen. Der Organisator der Aktion will sich nun an das (derzeit noch) oberste Glied der juristischen Weisungskette, Vizekanzler und Insterims-Justizminister Werner Kogler (Grüne), wenden.

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