So stehen die Österreicher zu Studien- und Ambulanzgebühren
Seit Monaten ringen Bund und Länder um eine Gesundheitsreform, die die Versorgung wieder effizienter und kostengünstiger machen soll. Im Zuge dessen könnte auch das Ende eines österreichischen Spezifikums eingeläutet werden: Der Wildwuchs an Kur-Aufenthalten. Wie berichtet, will die Regierung hier den Sparstift ansetzen.
Die Meinung dazu in der Bevölkerung ist gespalten. Das zeigt die aktuelle OGM-Umfrage im Auftrag des KURIER (1.008 Wahlberechtigte, Schwankungsbreite +/- 3,1%). 43 Prozent sind für Einschnitte in diesem Bereich, 44% dagegen (siehe Grafik). Besonders stark ist die Ablehnung im Lager der FPÖ-Wähler (57%), am größten ist die Zustimmung bei den Sympathisanten der ÖVP (68%).
„Die Einsparungen bei den Kuren sind so hoch umstritten, weil sie den klassischen Konflikt zwischen Budgetdisziplin und sozialstaatlicher Versorgung berühren“, analysiert Politologe Reinhard Heinisch vom OGM-Team.
Ähnlich gespalten sind die Österreicher, wenn es um die mögliche Wiedereinführung einer Ambulanzgebühr geht: 45% sind dafür, 50% dagegen. „Die Zustimmung dazu ist aber deutlich gestiegen, vor allem wegen der Überlastung des Gesundheitssystems“, sagt der Experte.
Wenn es um die Höhe der Gebühr geht, wäre der größte Teil der Befragten bereit, zehn Euro pro Ambulanzbesuch zu bezahlen.
Ja zu Studiengebühren
Größer ist allerdings die Zustimmung für Gebühren, die aktuell aufgrund der umstrittenen Sparpläne für die Universitäten wieder ein Thema sind: 61% sind für die breite Wiedereinführung von Studiengebühren – sofern sich damit die Qualität des Uni-Betriebs verbessert. Besonders hoch ist die Zustimmung bei FPÖ-, ÖVP- und Neos-Wählern. Jene von SPÖ und Grünen sind skeptisch.
Wiederum gespalten ist die Bevölkerung hingegen bei der Frage, ob es zur Verlängerung des Wehrdienstes – wie von Kanzler Christian Stocker vorgeschlagen – eine Volksbefragung geben soll. 40% halten das für eine gute Idee, 37% hingegen nicht, wobei die Zustimmungsrate bei den ÖVP- und FPÖ-Wählern am höchsten ist.
Sicher teilnehmen an der Befragung würden 51 Prozent, wobei auch hier die Bereitschaft im schwarzen und blauen Lager am höchsten ist. Politologe Heinisch: „Die Befragung hätte solide Beteiligungschancen bei ungleicher Mobilisierung der politischen Lager.“
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