Politik | Inland
11.02.2019

Trotz ÖVP-Nein: Strache bleibt beim Papamonat für alle

FPÖ-Chef meldet sich nach Auszeit zurück und will Rechtsanspruch auf Väterzeit nach Vorbild des Öffentlichen Dienstes

Mit dem Ende der Wiener Semesterferien hat auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache seinen Papamonat am Montag offiziell für beendet erklärt. Der erste Termin führte den FPÖ-Chef ins Polizei-Bildungszentrum in der Wiener Marokkaner-Kaserne. Dort sprach sich Strache in seiner Funktion als Beamtenminister nicht nur für eine Verbesserung der Ausbildungsbedingungen bei der Exekutive aus, sondern erneuerte auch sein Ja zu einem Rechtsanspruch auf den Papamonat.

"Das würde ich als sehr vernünftig erachten, es wäre eine gute Weiterentwicklung", sagte Strache. Man werde sich jetzt alle Mölgichkeiten anschauen, aber letztlich sollten alle Väter einen Rechtsanspruch auf den Papamonat haben - wie das jetzt schon im Öffentlichen Dienst der Fall sei. 

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut

Dass es bis dahin angesichts des Widerstandes der ÖVP noch etwas dauern könnte, nimmt Strache gelassen: "Rom wurde ja auch nicht in einem Tag erbaut." 

Auf die kommende EU-Richtlinie, die mindestens zehn freie Arbeitstage für Väter nach der Geburt vorsieht, will Strache nicht warten. Lieber wäre ihm eine österreichische Lösung.

Gut für Vater-Kind-Bindung 

Ihm habe die Zeit mit Frau und Kind jedenfalls gut getan, sagte Strache, der sein Gehalt für diesen Monat an einen Verein für tiergestützte Pädagogik gespendet hat. "Diese Zeit ist wichtig für die Bindung zum Kind", so der Vizekanzler.

Das bestätigte am Montag auch der Berufsverband Österreichischer Psychologinnen und Psychologen in einer Aussendung. Wissenschaftliche Studien würden belegen, dass der Papamonat nicht nur die frühkindliche Vater-Kind-Beziehung unterstützt, sondern auch Väter um essentielle emotionale Erfahrungen bereichert.