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Transsexualismus: So viele Menschen wurden in Österreich medizinisch behandelt

FPÖ-Mandatar Norbert Nemeth wollte wissen, wie viele operative Geschlechtsumwandlungen in Österreich vorgenommen werden. Nun liegt die Anfragebeantwortung von SPÖ-Gesundheitsministerin Korinna Schumann vor.
Symbolbild

Gemäß einer Langzeitstudie des Tampere University Hospital in Finnland werden die psychischen Probleme von Menschen, die sich einer Geschlechtsumwandlung unterzogen haben, nach dem Eingriff nicht geringer. Laut den Studienautoren ist das Gegenteil der Fall. Für die Studie wurden zwischen 1996 und 2019 Jugendliche und junge Erwachsene, die an Geschlechtsdysphorie (Unterschied zwischen biologischem Geschlecht und physisch empfundener Geschlechtsidentität) leiden, analysiert und mit einer Kontrollgruppe verglichen. 

Eben diese Studienergebnisse waren dem FPÖ-Mandatar Norbert Nemeth Anlass für eine parlamentarische Anfrage an die zuständige SPÖ-Gesundheitsministerin Korinna Schumann. 

Nemeth zitiert die Studie „Bei Jugendlichen, die sich einer medizinischen Geschlechtsangleichung unterzogen hatten, stieg die psychiatrische Morbidität während der Nachbeobachtungszeit deutlich an - von 9,8% (16) auf 60,7% (99) bei feminisierender Geschlechtsangleichung und von 21,6% (137) auf 54,5% (345) bei maskulinisierender Geschlechtsangleichung. In der Kontrollgruppe und bei Personen,  welche sich gegen eine operative Geschlechtsänderung entschieden hatten, war nur eine geringe Änderung zu verzeichnen.“

Als psychische Erkrankungen werden u. a.  Depressionen und Angststörungen angeführt. Der FPÖ-Mandatar kommt zu dem Schluss, „diese Zahlen machen deutlich, dass Geschlechtsumwandlungen die vorhandenen Probleme der Patienten nicht lösen, sondern sie sogar verschlimmern“.

Von Schumann will Nemeth unter anderem wissen, ob sie Kenntnis von der Studie hat und wie viele junge Menschen zwischen 1. Jänner 2020 und 31. Dezember 2025 eine geschlechtsangleichende Behandlung begonnen haben. 

Hierzu liegen der Ministerin keine Zahlen vor, wohl aber zu operativen Geschlechtsumwandlungen in oben besagtem Zeitraum.  

Laut Anfragebeantwortung wurden im Zeitraum 1.1.2020 bis 31.12.2025 (für das Erhebungsjahr 2025 handelt es sich aktuell noch um vorläufige Daten) „insgesamt 1.259 Patient:innen im Alter zwischen 0 und 29 Jahren mit der Hauptdiagnose “F64.0 Transsexualismus„ und dokumentierten medizinischen Leistungen im Zusammenhang mit geschlechtsangleichenden Maßnahmen erfasst – daraus lässt sich keine vollständige Geschlechtsumwandlung ableiten“.

Altersgruppe der Patientinnen und Patienten 

Aufgeschlüsselt sind diese 1.259 Patientinnen und Patienten nach Alter

  • 10-14 Jahre: 0,08 %, 
  • 15-19 Jahre: 25,97 % 
  • 20-24 Jahre: 48,21 % 
  • 25-29 Jahre: 30,98 %

und Geschlecht

  • 74,82% als „männlich“, 
  • 25,66% als „weiblich“ dokumentiert.

Bei den Operationen selbst handelt es sich um eine Vielzahl von Eingriffen (u. a. Brustrekonstruktion, Entfernung der Eierstöcke, Samenleiter).

Schumann und ihrem Ressort ist die Studie bekannt und werde einer fachlichen Prüfung unterzogen. „Diese Ergebnisse sind ernst zu nehmen. Sie verdeutlichen, dass Jugendliche und junge Erwachsene mit Geschlechtsinkongruenz oder Geschlechtsdysphorie häufig einen komplexen medizinischen, psychischen und psychosozialen Unterstützungsbedarf haben“, so Schumann in der Anfragebeantwortung. 

Gleichzeitig lasse das Studiendesign keine eindeutige Aussage darüber zu, ob „medizinische Maßnahmen selbst Ursache für die beobachtete Entwicklung der psychischen Belastungen sind“.

Ziel der Gesundheitspolitik müsse es sein, „junge Menschen weder mit psychischen Belastungen noch mit Fragen ihrer Geschlechtsidentität allein zu lassen. Erforderlich sind eine ergebnisoffene Beratung, eine sorgfältige Diagnostik, hohe Anforderungen an die medizinische Indikationsstellung sowie eine verlässliche langfristige Nachsorge“.

Daten, welche Kosten zwischen 2020 und 2025 dem österreichischen Gesundheitssystem durch geschlechtsangleichende Maßnahmen (Hormonbehandlungen und operative Eingriffe) entstanden sind, liegen dem Gesundheitsministerium nicht vor. 

Die Studie ist Korinna Schumann auf Nemeths Anfrage hin kein Anlass, die geltende Rechtslage zu evaluieren. 

„Die Ergebnisse einer einzelnen Beobachtungsstudie geben für sich allein keinen hinreichenden Anlass für eine isolierte Änderung der österreichischen Rechtslage. Die Studie untersucht nicht das österreichische Rechtssystem und erlaubt aufgrund ihres Studiendesigns keine eindeutigen Rückschlüsse auf ursächliche Zusammenhänge.“

Wie der KURIER berichtet hat, gibt es in Österreich drei Zentren, in denen Minderjährige mit Medikamenten, mit Betreuung und Operationen dabei unterstützt werden, ihr Geschlecht zu ändern. Die Rechtslage verbietet Sterilisationen unter 25 Jahren.

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