┬ę APA - Austria Presse Agentur

Politik Inland
05/20/2021

Tiroler WK-Chef legt Kurz bei Anklage Konsequenzen nahe

"Das Gesamtbild der Bundesregierung ist momentan alles andere als gut", sagte Walser.

In der Diskussion um Ermittlungen der Wirtschafts-und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) gegen Bundeskanzler Sebastian Kurz (├ľVP) ist nach der Tiroler Landesr├Ątin Beate Palfrader mit WK-Chef Christoph Walser nun ein weiterer prominenter Vertreter der Volkspartei in Tirol auf Distanz gegangen. Er pers├Ânlich w├╝rde bei einer Anklage zur├╝cktreten, erkl├Ąrte Walser gegen├╝ber der Tiroler Tageszeitung.

Jeder m├╝sse das aber f├╝r sich selbst entscheiden, so Walser. "Aber ganz egal ob man ├╝ber den Bundeskanzler oder ├╝ber andere Politiker redet, wenn eine Anklage passiert, dann muss jeder seine Konsequenzen ziehen und muss dann schon selber wissen, was er tut", erkl├Ąrte der Wirtschaftskammerpr├Ąsident im "TT-Studio". Er wolle jetzt nicht beurteilen, wer oder was daran schuld sei, aber "das Gesamtbild der Bundesregierung ist momentan alles andere als gut", sagte Walser weiter.

Sp├Ąter ruderte Walser allerdings zur├╝ck: Auf Facebook und in einem Statement des Tiroler Wirtschaftsbundes meinte Walser: "Ich stehe voll hinter unserem Bundeskanzler Sebastian Kurz - und verwehre mich gegen Vorverurteilungen! Denn: Es braucht jetzt politische Stabilit├Ąt, um ├ľsterreich aus der Covid-Krise wieder auf die Erfolgsspur zu bringen." Die Opposition habe sich entschlossen, diesen Weg zu verlassen und mit parteipolitisch motivierten Strafanzeigen ein Chaos zu verursachen.

Die Untersuchungsaussch├╝sse, "wie sie derzeit passieren", halte er aber f├╝r "ein bisschen fragw├╝rdig". "Die Frage ist immer, was kommt bei einem Untersuchungsausschuss heraus, wenn unterschiedliche Parteien gegen eine andere Partei etwas suchen, logischerweise suchen sie irgendeinen Fehler und logischerweise gibt es Unterstellungen", meinte Walser und stellte die Frage in den Raum, ob das zielf├╝hrend sei. Denn am Ende des Tages gebe es die Justiz, die urteilen sollte.

Zwei Umfragen zu den Ermittlungen gegen Kurz zeichneten eine etwas unterschiedliche Stimmungslage. Laut einer am Donnerstag vom ├ľVP-Klub-Medium "Zur Sache" pr├Ąsentierten Online-Umfrage von Demox Research (1.000 Befragte) sieht die Mehrheit der Befragten (49 Prozent) in einem m├Âglichen Strafantrag gegen Kurz keinen R├╝cktrittsgrund. In einer aktuellen Unique research-Umfrage f├╝r das "profil" sprachen sich in diesem Fall hingegen nur 41 Prozent f├╝r einen Verbleib von Kurz im Amt aus, 47 Prozent sind demnach f├╝r einen R├╝cktritt bei Anklageerhebung. In der Demox Research-Erhebung waren hingegen nur 38 Prozent der Meinung, ein Strafantrag der WKStA gegen Kurz sei ein R├╝cktrittsgrund.

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