Doppelinterview mit FPÖ-Parteiobmann Heinz Christian-Strache und seiner Lebensgefährtin Andrea Eigner am 08.08.3013 in Wien.

© KURIER/Deutsch Gerhard

Hochzeit in Blau
08/18/2013

Straches Verlobte: "Macht ist sicherlich sexy"

Der FPÖ-Chef glaubt immer noch an seinen Traum, Bundeskanzler zu werden. Ob es klappt, werden die Wahlen zeigen. Sicher ist: HC Strache (43) wird 2014 Andrea Eigner (28) das Ja-Wort geben. Der Talk rund um die Hochzeit.

von Ida Metzger

KURIER: Die letzten fünf Wochen vor der Wahl. Wie viel Zeit bleibt da für die Beziehung?
HC Strache:
Wahlkampf ist eine Sondersituation. Mehr als ein Abend geht sich da für die Zweisamkeit nicht aus. Aber ich habe sehr viele dieser Sondersituationen, weil ich Bundesparteiobmann bin. Damit haben wir beide einen sehr guten Umgang gefunden. Das war für Andrea aber am Anfang nicht leicht.

Andrea Eigner: Wir hatten im Juli ein verlängertes Wochenende in Kroatien. Diese fünf Tage haben wir intensiv genutzt.

HC Strache: Andrea ist beruflich auch sehr engagiert und macht leidenschaftlich gerne Sport, teilweise sogar zwei Einheiten am Tag. Heute war das erste Training schon um 5.30 Uhr in der Früh. Und am Abend, nach dem Job, trainiert sie nochmals. Dadurch wird Andrea nicht langweilig.

Wie sieht Ihr Sportprogramm aus?
Eigner:
Tagwache ist um 5.30 Uhr. Die erste Einheit beginnt um 6.30 Uhr, damit ich um 10.00 Uhr meinen Shop pünktlich aufsperren kann. Das Training besteht aus Schwimmen, Laufen, Radfahren und Stabilisationsübungen. Sechs Tage die Woche wird trainiert, teilweise auch zwei Mal täglich.

Läuft Ihnen Ihre Verlobte schon davon?
Strache:
(lacht) Ich darf das eine oder andere Mal mitmachen, dann laufen wir 10 Kilometer. Aber es gibt schon Momente, wo ich am Kämpfen bin.

Eigner: Beim Regenerationstraining ist Christian dann wieder voll dabei. (lacht)

Sie trainieren für den Frauen-Triathlon …
Eigner:
Bei dieser Disziplin sind 500 Meter Schwimmen, 20 km Radfahren und 5 km Laufen zu absolvieren. Für echte Triathleten ist das eine Babydistanz. Aus einer Laune heraus habe ich mich in dieses Abenteuer gestürzt. Ich bin schon einen Halbmarathon gelaufen, aber ich wollte mehr. Dann habe ich mir ein Mountainbike gekauft, mittlerweile bin ich bei einem Rennrad gelandet. Zurzeit mache ich auch noch einen Kraulkurs. Eine Wunschzeit habe ich für mich noch nicht definiert. Es ist nur super, wenn ich durchkomme.

Strache: Wenn man weiß, dass Andrea den Halbmarathon in 1:54 Stunden geschafft hat und viele Männer hinter sich gelassen hat, kann man sich ausrechnen, wie sie an solche Herausforderung herangeht.

Eigner: Eines ist sicher, als Letzte werde ich beim Triathlon nicht durchs Ziel gehen.

Wie ernähren Sie sich?Haben Sie ein spezielles Ernährungsprogramm für den Triathlon?
Strache:
Andrea ist grundsätzlich im Ernährungsplan sehr strikt. Sie raucht nicht, trinkt kaum einen Tropfen Alkohol. Das hilft mir, weil es auch mich dazu anhält, zum Gesünderen zu greifen.

Eigner: Ich habe das Glück, dass mir das gesunde Essen schmeckt. Wenn man mir einen Salat oder Schnitzel zur Wahl gibt, greife ich sicher zum Salat, was bei dir ja nicht der Fall ist.

Sie haben im Vorjahr eine Boutique eröffnet. Wie ist das Geschäft im ersten Jahr gelaufen?
Eigner:
Am 20. August habe ich das erste Jahr geschafft. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen, weil ich mein Hobby zum Beruf machen konnte. In der Stadt war es in den letzten Wochen höllisch heiß, da leiden alle Geschäftsleute, auch meine Boutique. Aber ich bin zuversichtlich, dass es im Herbst wieder bergauf geht.

Kann man sich mit einem Durchschnittsgehalt die Outfits aus Ihrer Boutique leisten?
Eigner:
Ich glaube schon. Ich habe sehr viele Kunden, die ein Durchschnittsgehalt beziehen und bei mir regelmäßig einkaufen.

Wie viel muss ich investieren, wenn ich mir ein Sommerkleid bei Ihnen kaufen will?
Eigner:
Bei uns kosten Kleider ab 150 Euro.

Zurück zu Ihrer Beziehung: Wie funktioniert bei Ihnen das Patchwork?
Eigner:
Das Patchwork läuft bei uns nach gewissen Regeln ab. Das heißt, die Kinder sind jedes zweites Wochenende von Freitag bis Sonntagabend bei uns. Jeder hat sein eigenes Zimmer, und ich finde, es läuft sehr gut. An den Wochenenden gehen wir sehr oft biken. Den Samstag verbringt Christian meistens mit den Kindern alleine, weil das der wichtigste Tag in meiner Boutique ist. Wenn ich am Abend nach Hause kommen, steht das Essen schon fertig am Tisch. Da kocht dann meistens Christian für uns.

Wie ist HC Strache als Vater? Streng?
Eigner:
Leider nein. (lacht)

Strache: Ich bin mit Sicherheit kein strenger Vater. Kinder sind für mich das Tollste, was einem im Leben passieren kann. Nur leider sehe ich meine Kinder sehr selten. Wenn man die Kinder nur alle 14 Tage sieht – und im Wahlkampf ist das gar nicht möglich –, dann ist die Zeit auf Gemeinsamkeiten und schöne Erlebnisse ausgerichtet. Da möchte ich nicht die Rolle des strengen Vaters ausfüllen und mit ihnen lernen. Das Lernen passiert in der Schule oder bei ihrer Mutter.

Wie laufen die Hochzeitsvorbereitungen?
Strache:
Wir sind mitten in den Vorbereitungen. Aber Ort, Termin und Zeit werden Sie nicht von mir erfahren. Wir wollen diesen Tag für uns mit der Familie und im kleinen Rahmen genießen. Die Hochzeit wird sicherlich nicht in der Öffentlichkeit breitgetreten.

Wird es eine Trachten-Hochzeit oder eine Trauung in Weiß?
Eigner:
Es gibt definitiv eine Hochzeit in Weiß.

Haben Sie das Brautkleid schon gefunden?
Eigner:
Ich habe eine Vision, wie es ausschauen soll. Aber ich habe es noch nicht gefunden.

Werden Sie es in Wien oder im Ausland kaufen?
Eigner:
Im September muss ich in Italien die neue Kollektion für die Boutique bestellen, da werde ich mich auf die Suche machen. Wenn ich nichts finde, dann lasse ich mir das Kleid anfertigen.

Es wurde viel darüber spekuliert, wie teuer der Verlobungsring war. Verraten Sie uns: Hat er mehr oder weniger als 10.000 Euro gekostet?
Strache:
Über Geld spricht man eigentlich nicht. Und ein Verlobungsring ist auch nicht ein Geschenk, das alltäglich ist. Aber es ist ein offenes Geheimnis, wie viel ich verdiene. Legen Sie auf mein Nettogehalt nochmals 40 Prozent drauf, dann kommen Sie ungefähr auf die Summe, die der Verlobungsring gekostet hat. (Anmerkung d. Redaktion: HC Strache verdient netto rund 6000 Euro macht ca. 8400 Euro für den Verlobungsring)

War der Heiratsantrag romantisch?
Eigner:
Er war sehr, sehr romantisch.

Strache: Wir haben ein romantisches Wochenende im Wienerwald bei Heinz Hanner (Anmerk. d. Redaktion: Zwei-Hauben-Restaurant) verbracht. Beim Brunch, der in einem Extraraum stattfand, habe ich Andrea dann den Antrag gemacht. Davor habe ich , wie es sich gehört, auch schon beim Brautvater mit schlotternden Knien (lacht) um Erlaubnis gefragt.

Sind Sie Ihrem zukünftigen Schwiegervater sympathischer als Ihrem Ex-Schwiegervater? Ewald Plachutta war nicht erfreut, HC Strache zum Schwiegersohn zu haben …
Strache:
Grundsätzlich habe ich mich immer bemüht, zur Schwiegerfamilie ein gutes Verhältnis aufzubauen. Und zu den Eltern von Andrea habe ich mittlerweile ein sehr herzliches Verhältnis. Wir sind zu einer richtigen Familie zusammengewachsen.

Frau Eigner, wie war die Reaktion bei den Eltern?
Eigner:
Um es vorsichtig zu sagen: Meine Eltern waren ein wenig reserviert. Natürlich haben Sie mich gefragt: „Warum gerade der?“ Aber diese Fragen haben wir mittlerweile aus dem Weg geräumt.

Der Weg zur Hochzeit war nicht ganz konfliktfrei. Es gab eine Trennung, die ein Jahr dauerte ...
Eigner:
Der Grund für die Pause war sicherlich ein massives Zeitproblem. Und die wenige Zeit, die wir dann gemeinsam verbrachten, haben wir damals qualitativ nicht genutzt. Das lag an uns beiden. Es war eigentlich ein Nebeneinanderherleben. Dann haben wir beschlossen, die Beziehung ad acta zu legen. Ich war danach für einige Monate in Australien.

Strache: Da gibt es ein schönes Gedicht von Khalil Gibran „Wenn die Liebe dir winkt“. In diesem Gedicht wird sehr schön beschrieben, was man alles an Höhen und Tiefen erleben muss, um zu begreifen, wie schön die Liebe ist. Und diese Trennung hat es uns erst richtig nähergebracht.

Was war der Grund, dass Sie wieder den Kontakt zu HC Strache gesucht haben?
Eigner:
In diesem Jahr habe ich viel durchgemacht, hatte wie Christian auch eine andere Beziehung. Aber es gelang mir nie ganz, ihn loszulassen. Im Mai 2010 habe ich Christian wieder angerufen, dann gab es erste Treffen und wir haben uns wieder angenähert.

Finden Sie Macht sexy?
Eigner:
Macht ist sicherlich sexy. Und ich glaube, es gibt keine Frau, die Macht unsexy findet. Aber es kommt auch auf die inneren Werte an. Als wir uns kennenlernten, gab es gerade die Foto-Affäre. Das war eine schwierige Zeit. In Krisen ist es wichtig, wie man zu einem Menschen steht, und nicht, ob Macht sexy ist.

Wann wollen Sie Kinder haben?
Eigner:
Jetzt heiraten wir einmal, dann sehen wir weiter.

Strache: Andrea hat als Unternehmerin das Ziel, nicht nur das erste Jahr erfolgreich abzu-schließen, sondern die ersten zweieinhalb Jahre sind entscheidend. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass ich eine selbstständige Frau an meiner Seite habe. Aber eines ist sicher: Wenn zu unserer Patchwork-Familie noch ein weiteres Kind dazukommt, braucht es Managementqualitäten. Da müssen beide anpacken, und zum Glück gibt es die Väterkarenz (lacht). Unser Plan ist: 2014 heiraten wir und ein Jahr später entscheiden wir über den Babywunsch.

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