Gesundheitsminister Alois Stoeger (SPOe) am Dienstag (13.11.12) im Parlament in Wien bei einer Sitzung des Nationalrates. Bei der Sitzung wird unter anderem die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) beschlossen. Foto: Hans Punz/dapd

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Gesundheitspolitik
02/24/2013

Stöger: Mehr Beratung für Schwangere

Mutter-Kind-Pass: Der Gesundheitsminister plant Gratis-Beratungsstunde durch Hebammen.

von Patricia Haller

Geht es nach dem Gesundheitsminister, soll der Mutter-Kind-Pass ab Juli um eine Leistung reicher sein. Alois Stöger (SPÖ) will, dass werdenden Müttern eine Gratis-Beratung durch eine Hebamme ermöglicht wird.

Das fordern Expertinnen, die sich mit Frauengesundheit befassen, seit Jahren. Im Parlament gab es dazu eine Fraueninitiative samt Petition. SPÖ-Mann Stöger zum KURIER: „Es gibt viele Frauen, die eine solche Beratung wollen. Viele, die es sich leisten können, machen das auf eigene Kosten. Ich will, dass jede werdende Mutter dazu einen Zugang bekommt. Das ist vor allem für junge Frauen wichtig, um ihnen die Angst vor der Geburt zu nehmen.“

Der Ressortchef erhofft sich einen weiteren Effekt: Dass die in Österreich sehr hohe Kaiserschnittrate von fast 29 Prozent (2010) sinkt. „Wenn ein Kaiserschnitt notwendig ist, ist er notwendig. Aber in dem einen oder anderen Fall wird er vielleicht aus Unkenntnis oder Unsicherheit gewünscht. Es ist möglich, dass sich diese Eingriffe durch die neue Leistung reduzieren.“ Die Beratung soll zwischen der 18. und der 22. Schwangerschaftswoche ermöglicht werden. Das Ministerium geht von etwa 50 Euro aus, die die Stunde kosten wird. Es wird bei 76.000 Geburten damit gerechnet, dass 70 Prozent der Schwangeren die Leistung in Anspruch nehmen werden. Das ergibt Kosten von 2,6 Millionen Euro pro Jahr. Finanziert werden soll das mit Geld aus dem Familienlastenausgleichsfonds. Die Beratung ist freiwillig. Der Bezug von Kinderbetreuungsgeld wird damit nicht verknüpft.

Nach bereits erfolgten Vorgesprächen mit der ÖVP rechnet Stöger damit, dass die Volkspartei zustimmt: „Ich gehe davon aus, dass diese Ausweitung im Mutter-Kind-Pass allen wichtig ist.“

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