Rochade? Kopf, Lopatka

© APA/ROBERT JAEGER

Spindeleggers Planspiele
10/19/2013

Lopatka soll Kopf als Klubobmann beerben

Die "Koalition neu" soll personell Niederschlag finden. Abgeordnete machen für Kopfs Verbleib mobil.

von Karin Leitner

Die versprochene „Koalition neu“ soll sich auch personell manifestieren. Teil von Michael Spindeleggers Planspielen ist der ÖVP-Parlamentsklub. Laut Insidern will der Parteichef Karlheinz Kopf als Klubobmann loswerden. Ihm folgen solle Noch-Staatssekretär Reinhold Lopatka. Als Zweite Nationalratspräsidentin sei Noch-Finanzministerin Maria Fekter vorgesehen (sie würde Fritz Neugebauer beerben).

Warum möchte Spindelegger Lopatka an der Spitze der Parlamentsfraktion? Weil dieser polit-erfahren, loyal und strategisch geschickt sei (er spielt auch in Spindeleggers Koalitionsverhandlungsteam eine zentrale Rolle). Was stört Spindelegger an Kopf? Dass dieser aus der Position des Klubchefs politisch nicht das heraushole, was herauszuholen sei. Und dass er nicht widerspruchslos ausführe, was die ÖVP-Regierenden wollen. Auch Abgeordnete waren anfänglich mit Kopf unzufrieden; das hat sich geändert.

Klubsitzung

In nächster Zeit wird freilich Spindelegger die Fraktion führen; gewählt wird er bei der Klubsitzung am 28. Oktober. Es ist Tradition, dass der Parteichef nach der Wahl Klubobmann wird. Und das so lange bleibt, bis die neue Koali­tion steht und der Parteichef in die Regierung wechselt. Ebenfalls üblich: dass sich der Interims-Klubchef einen geschäftsführenden an die Seite stellt. Mandatar Werner Amon verweist via KURIER darauf, dass das stets der bisherige Klubchef war – „sofern der kandidiert“. Er kenne „die Überlegungen des Parteiobmanns nicht“, sagt ÖAABler Amon. Faktum sei: „Kopf hat hervorragende Arbeit geleistet.“ Gleiches befinden Bauernbündler Jakob Auer und Wirtschaftsbündler Peter Haubner. Der sagt: „Kopf sollte nicht nur geschäftsführender werden, sondern auch wieder Klubchef sein.

Er hat breite Unterstützung.“ Also Lob für Kopf aus allen Bünden. Wobei: Kopf entstammt – wie Fekter – dem Wirtschaftsbund. Beide hohen Parlamentsjobs werden – der VP-Logik folgend – nicht an einen Wirtschaftsmann gehen. Auer: „Es muss in erster Linie nach Fähigkeiten gehen, es müssen aber auch Funktionen ausgewogen verteilt werden.“ Lösung für das Problem: „Ich wünsche mir, dass Fekter Justizministerin wird.“ Damit bleibt der Posten des Präsidenten Jolly-Joker im schwarzen Postenspiel.

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