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Charity
12/16/2018

Spendensaison: Wer das Herz der Politik erweicht

Die Österreicher spenden am liebsten für Kinder. Die heimischen Spitzenpolitiker ebenso.

von Andreas Puschautz

Weihnachtszeit, Spendenzeit. Zwar sind die Österreicher im internationalen Vergleich nicht die Spendenweltmeister, als die sie sich selbst gerne sehen – das belegt der Spendenreport 2018 des Fundraising Verband Austria. 75 Euro geben wir im Schnitt pro Person und Jahr für den guten Zweck.

Das reicht selbst im Europa-Vergleich nur zu einem Platz im Mittelfeld. An der Spitze liegt der angelsächsische Raum, wo Privatspenden eine andere Tradition (als der Sozialstaat) haben. Die Briten spenden 273 Euro, weltweit sind die Amerikaner mit 1113 Euro führend.

Dennoch wird das heimische Spendenvolumen auch heuer wieder steigen: voraussichtlich auf 675 Millionen Euro, ein Plus von zwei Prozent im Vergleich zu 2017.

Am liebsten spenden die Österreicher für Kinder: Fast ein Viertel der milden Gaben geht an Kinderhilfsorganisationen. Der KURIER fragte Österreichs Spitzenpolitiker, wofür sie sich privat engagieren. Dabei stellt sich heraus: Die Politik liegt ganz im Trend der Normalbürger, Kinder erweichen ihr Herz.

Für Familien in besonders belasteten Situationen engagiert sich Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger. Sie spendet für das Momo Kinderhospiz, das schwer kranke Kinder und deren Familien zu Hause unterstützt.

 

Wirtschaftsministerin Margarethe Schramböck unterstützt seit Jahren das internationale Kinderhilfswerk Plan International und hat die Patenschaft für ein Mädchen in Mali übernommen. Auch Staatssekretärin Karoline Edtstadler hat – neben Spenden für karitative Zwecke in Österreich – seit 2012 ein Patenkind in Mosambik. Damit möchte sie „einen Beitrag dazu leisten, dass Kinder unabhängig von ihrer Herkunft die Chance auf Bildung und damit ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben bekommen“, sagt Edtstadler.

 

Vizekanzler Heinz-Christian Strache spendet „nicht primär“ an Organisationen, sondern versucht „österreichischen Kindern, Familien und Menschen direkt zu helfen“. Künftig will er dazu den Verein Österreicher in Not „um die Bekanntgabe solcher Fälle ersuchen“.

Auch bei der Opposition stehen Kinder ganz oben auf der Spendenliste: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner hat heuer neben Betroffenen der Kärntner Unwetterkatastrophe auch die St. Anna-Kinderkrebsforschung unterstützt – ein „besonderes Anliegen“ für die Ärztin.

 

Ihr Neos-Pendant Beate Meinl-Reisinger hat ebenso ein Herz für Kinder, und daher neben der Caritas, die sie regelmäßig unterstützt, auch für die UNICEF-Kinderhilfe im Jemen gespendet. Zusätzlich unterstützt sie eine alleinerziehende Mutter als „Weihnachtsengerl“ und hat auch anlässlich ihres 40. Geburtstages im April statt Geschenken Spenden gesammelt.

 

Maria Stern von der Liste Jetzt spendet „seit über 20 Jahren“ an Amnesty International und Greenpeace, hat ein Stück Regenwald in Brasilien gekauft und hilft Landminenopfern und Multiple-Sklerose-Erkrankten. Zwar sieht Stern Spenden skeptisch, da „gute Gesetze wirkungsvoller wären“, ist Organisationen und Zivilgesellschaft aber „dankbar für ihr Engagement“.

 

Als „wichtiges Standbein im sozialen Bereich“ sieht Sozialministerin Beate Hartinger-Klein karitative Vereine – und unterstützt neben ihrer Mitgliedschaft im Rotary Club die Sozialmärkte, den Nepal Trust Austria und Amnesty International. Hier trifft sie sich mit Grünen-Chef Werner Kogler, für den etwas „für Frieden und Demokratie sowie gegen Folter zu tun, eine der wichtigsten Aufgaben überhaupt“ ist.

 

Bundeskanzler Sebastian Kurz gibt für „verschiedene Projekte“, darunter die Ronald McDonald Kinderhilfe und den Canisibus der Caritas Wien, der Obdachlose mit Suppe versorgt. Die Caritas steht wie die Diakonie auch auf dem Spendenzettel des Finanzministers. Zusätzlich gibt Hartwig Löger jedes Jahr für Licht ins Dunkel und ist dabei „jedes Mal aufs Neue“ über die Spendenfreudigkeit der Österreicher begeistert.

Bildungsminister Heinz Faßmann spendet im Rahmen seiner Tätigkeit als evangelischer Gemeindevertreter an kirchennahe Organisationen. Kulturminister Gernot Blümel spendet als ehemaliger Sternsinger für die Dreikönigsaktion und unterstützt damit deren Projekte.

Und der Rest der Bundesregierung? Zieht es wie Bundespräsident Alexander Van der Bellen vor, private Spenden privat zu behandeln.

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