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Politik Inland
06/07/2019

Schützenhöfer will freien Karfreitag für Evangelische

Der steirische Landeshauptmann wünscht sich eine "bessere Lösung", die ÖVP will an dem Regierungsbeschluss festhalten.

„Der Karfreitag soll für die Evangelischen frei sein, und wenn es nicht anders geht, dann auch für die Katholiken“, sagte der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer in der Kleinen Zeitung. Er halte es „für gescheit, wenn man die Frage Karfreitag einer besseren Lösung zuführt - nicht sofort, aber spätestens bis zum nächsten Karfreitag“.

Die Regelung mit dem „persönlichen Feiertag“ sei verunglückt. „Ich halte es für falsch, dass man einer Gruppe, die in Österreich eine Tradition hat und der in vergangenen Jahrhunderten Unrecht angetan wurde, ihren höchsten Feiertag wegnimmt“, meinte der steirische Landeshauptmann.

Die Reaktionen auf den Vorstoß Schützenhöfers sind am Freitag unterschiedlich ausgefallen. Während die SPÖ eine „Chance für eine gerechte Lösung“ sieht, ortete die FPÖ Zerrissenheit bei der Volkspartei in inhaltlichen Fragen. Die Liste JETZT begrüßte den Vorschlag.

SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner bezeichnete die aktuelle Regelung „respektlos und ungerecht“. Wenn es die ÖVP ernst meine, könne es „rasch“ eine Lösung geben. Geht es nach den Roten, soll es einen freien Karfreitag für alle Arbeitnehmer geben.

Der Vorschlag Schützenhöfers zeige „wieder einmal, wie zerrissen die Volkspartei in inhaltlichen Fragen dasteht“, sagte FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker. Die Bundes-ÖVP habe „klar kommuniziert“, dass an den gemeinsamen türkis-blauen Gesetzesbeschlüssen nicht gerüttelt werde, so Hafenecker: „dies dürfte wohl an Schützenhöfer vorbeigegangen sein.“

Liste JETZT-Sozialsprecherin Daniela Holzinger begrüßte den Vorschlag nach Überarbeitung. Statt weiter an dieser „ungerechten Lösung“ festzuhalten, brauche es einen gesetzlichen Feiertag. ÖVP und FPÖ agierten nach wie vor wie „ein verlängerter Arm von Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung“ - und das obwohl sie gar nicht mehr an ihr Koalitionsabkommen gebunden sind, so Holzinger.

Gestrichen wurde der Karfreitag als Feiertag für Protestanten und Alt-Katholiken aufgrund eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH). Dieses hatte eine Diskriminierung aller anderen Arbeitnehmer darin gesehen. Protest kam von Arbeitnehmervertretern und den betroffenen Kirchen. Da wie dort wurden Verfassungsbeschwerden angekündigt. Aus der evangelisch-lutherischen Kirche hieß es, diese werde nach wie vor von Juristen ausgearbeitet. Wann die Klage genau eingebracht werden soll, steht noch nicht fest.