FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache setzte einst auf Karl Schnell als blauen Frontmann in Salzburg – in der Nacht zum Mittwoch setzte er Schnell ab.

© APA//Guenter R. Artinger

Freiheitliche Partei
06/11/2015

Salzburger Landes-FPÖ nach Zerwürfnis gespalten

Nach Parteiausschluss: Keine eigene Liste für Karl Schnell.

von Elisabeth Zeilinger

Es sind turbulente Tage für die Salzburger FPÖ. Nach dem Parteiausschluss von Klubchef Karl Schnell am Mittwoch droht der FPÖ nun, alle Salzburger Landtagsabgeordneten zu verlieren. Bundesparteiobmann Heinz-Christian Strache hat Schnell „hinterfotzigen“ Verhaltens geziehen; bei einem Überraschungsbesuch in Saalfelden in der Nacht auf Mittwoch hat er die Salzburger Doppelspitze Schnell und Rupert Doppler abmontiert. Jetzt haben sich in der Salzburger FPÖ zwei Lager gebildet.


Das Gros des fünfköpfigen FPÖ-Landtagsteams zeigte sich bereits am Dienstag bei der Sitzung solidarisch mit Schnell – und verließ nach Straches Auftritt den Saal. Die Landtagsabgeordnete Marlies Steiner-Wieser blieb, bekräftigte, weiter hinter Strache zu stehen. Damit reiht sie sich ins zweite Lager rund um den neuen Landesparteiobmann Andreas Schöppl ein.

Entschuldigung

Der designierte Landeschef war im Jänner von Bezirksobmann Andreas Reindl abgesetzt worden. Dieser ist beim außerordentlichen Bezirksparteitag der FPÖ Stadt Salzburg Donnerstagabend zum neuen Bezirksobmann gewählt worden. Der Klubchef hatte keinen Gegenkandidaten. Davor hat sich Reindl bei Schöppl für die Abwahl im Jänner entschuldigt: Das sei keine „ganz so feine und kameradschaftliche Art gewesen“, räumte Reindl ein.


Schöppl, dessen Aufgabe es nun ist, die Salzburger FPÖ neu aufzustellen, gab sich versöhnlich: „Ich bin kein nachtragender Mensch. Natürlich gibt es offene Gräben, aber ich werde der Entscheidung der Delegierten nicht vorgreifen.“ Die Türen stünden laut Reindl offen. „Wir werden uns zusammensetzen und die Gräben, die entstanden sind, schließen“, sagte er im Gespräch mit dem KURIER.

Wie es mit Schnell, der Strache bescheinigt, „durchzudrehen“ und ein „Diktator“ zu sein, weitergeht, ist weiter unklar. Er werde im Landesparlament bleiben, könne aber keine eigene Liste im Landtag bilden. „Laut einer Anfragebeantwortung der Landeslegistik aus dem Jahr 2002 kommt in Salzburg eine freie Klubbildung losgelöst von einer Landtagspartei nicht in Betracht“, sagt der Salzburger Landtagsdirektor Wolfgang Kirchtag. Es könne sogar passieren, das mit Steiner-Wieser jene verbleibende Mandatarin zur freien Abgeordneten wird, die der FPÖ treu bleiben wollte.

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