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Politik Inland
04/22/2021

Regierungswerbung: 180 Mio. Euro Rahmen ging an drei Agenturen

Mediacom und Wavemaker der Mediaagenturgruppe Group M sowie Media.at der Dentsu-Gruppe erhielten Zuschlag.

Die Suche der Regierung nach einer Schaltagentur fĂŒr Werbung in der Höhe von bis zu 180 Mio. Euro fĂŒr vier Jahre ist beendet. Der Auftrag erging ĂŒber eine Ausschreibung der Bundesbeschaffungsgesellschaft (BBG) an die Mediaagenturen Mediacom und Wavemaker der Group M sowie an Media.at der Dentsu-Gruppe. Das bestĂ€tigte die BBG der Tageszeitung "Der Standard".

FĂŒr die APA war bei der BBG niemand zu erreichen. Die Group M bestĂ€tigte gegenĂŒber dem Branchenmedium "Horizont" den Etatgewinn. Gegenstand der Ausschreibung waren Media-Agenturleistungen und Mediaschaltungen "in Angelegenheiten der allgemeinen Regierungspolitik und InformationstĂ€tigkeiten der Bundesregierung (...) fĂŒr öffentliche Auftraggeber in Österreich".

Wird der Rahmen voll ausgeschöpft, wÀren das bis 2024 jÀhrlich 45 Mio. Euro. Die Bundesregierung warb im Jahr 2020 um rund 47,3 Mio. Euro, wie von der RTR ausgewiesenen Medientransparenzdaten zeigen. Das ist allerdings mehr als doppelt so viel wie noch im Jahr 2019 mit 19,3 Mio. Euro und vor allem den Corona-Inseraten geschuldet.

Bis zu 30 Millionen fĂŒr "Kreativagenturleistungen"

Die Bundesregierung ist indes weiterhin auf der Suche nach einer Werbe-Agentur, an die in den kommenden vier Jahren bis zu 30 Mio. Euro fĂŒr "Kreativagenturleistungen" fließen sollen. Die gewĂ€hlte Agentur soll SubauftrĂ€ge an andere Agenturen vergeben können. Angestrebt wird in der ebenfalls ĂŒber die BBG laufenden Ausschreibung eine "gemeinsame Kommunikationsstrategie" der Bundesregierung. Die Rahmenvereinbarung soll bis Ende Mai 2021 abgeschlossen werden.

Neos: "Regierung wird zum grĂ¶ĂŸten Werbekunden des Landes"

"Die Regierung wird unter PR-Kanzler Kurz zum grĂ¶ĂŸten Werbekunden des Landes. Eine dermaßen hohe Summe fĂŒr Inserate ist nicht zu rechtfertigen", reagierte Henrike Brandstötter, Mediensprecherin der Neos, in einer Aussendung auf die Vergabe. Es herrsche ein "vollkommen falsches Bild von Presseförderung". "Inserate sind keine UnterstĂŒtzung fĂŒr Medien, Inserate sind immer ein GeschĂ€ft", meinte sie. Damit die journalistische UnabhĂ€ngigkeit gewĂ€hrt werden könne, mĂŒsse die Presse- und Medienförderung neu aufgestellt werden, forderte Brandstötter.

Als die beiden Ausschreibungen im November des Vorjahres publik wurden, hagelte es bereits Kritik vonseiten der Opposition. Eine "UnverschĂ€mtheit" sei der Rahmen fĂŒr Inserate, befand der damalige SPÖ-Mediensprecher Thomas Drozda. Es sei ein System perfektioniert worden, das auch vor "gröbsten Interventionen nicht mehr zurĂŒckschreckt", so Drozda. "Das ist nichts anderes als das Vorhaben, sich eine regierungsfreundliche Berichterstattung in den Medien zu erkaufen", meinte FPÖ-Parteichef Norbert Hofer.

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