Politik | Inland
16.05.2018

Programmpunkt abgehakt: neue Logos für Ministerien

Wie angekündigt soll es künftig einheitliche Logos der Ministerien geben, verkündete Regierungssprecher Launsky-Tieffenthal.

Schritt für Schritt behandelt die türkis-blaue Regierung ihre Vorhaben im Ministerrat. Am Mittwoch-Vormittag stimmten ÖVP und FPÖ dem EU-Kanada-Freihandelsabkommens CETA zu. Draußen vor dem Bundeskanzleramt demonstrierten derweil Umweltaktivisten und Gewerkschafter gegen das umstrittene Abkommen. Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) und Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) verkündeten die Einigung über CETA anschließend im Pressefoyer.

Nach den Stellungnahmen der beiden Ministerinnen gab Regierungssprecher Peter Launsky-Tieffenthal aber noch einen weiteren Beschluss bekannt: die Vereinheitlichung der einzelnen Logos und des Außenauftritts der Ministerien. Auch das sei ein zentrales Vorhaben der schwarz-blauen Regierung gewesen. Bis jetzt war jedes Ressort selbst dafür zuständig.

++ HANDOUT ++ REGIERUNGSLOGO

Türkis-Blau, ein geschlossenes Team

Wie wichtig Bundeskanzler Sebastian Kurz die „Corporate Identity“ der Regierung ist, ließ sich bereits vor gut einem Jahr erahnen. Damals polierte der damalige Außenminister den Öffentlichkeitsauftritt der „alten“, schwarzen ÖVP auf, indem er ihr ein modernes, türkises Design umhängte. Zeitgleich gingen auch die Umfragewerte der „neuen Volkspartei“ in die Höhe - der Marketingschmäh des Bundeskanzlers war daran maßgeblich beteiligt.

Die neuen Logos der Ministerien sollen dem „einheitlichen Außenauftritt“ dienen, wie es in einer Stellungnahme heißt. Auch Türkis-Blau war seit Amtsantritt stets darauf erpicht, als Einheit aufzutreten. Dies schien der Regierung bislang fast so wichtig zu sein, wie der strenge Sparkurs, den sie sich auf die Fahnen heftet. Regierungssprecher Launsky-Tieffenthal wurde dementsprechend auch nicht müde zu betonen, dass die neuen Logos ressourcenschonend und mit „hauseigenen Mitteln“ entwickelt wurden.

Grassers Logo bislang am teuersten

In der Vergangenheit war das nicht immer der Fall. So hatte sich zwar bereits die letzte Bundesregierung aus SPÖ und ÖVP 2013 vorgenommen, den Werbeauftritt der Ministerien vereinheitlichen zu wollen. Daraus wurde aber nichts, denn die Kosten für das Logodesign beliefen sich auf 500.000 Euro. Die häufigsten Wechsel gab es bislang beim Bildungsministerium, fünf verschiedene Namen und Logos hatte es zwischen 1999 und 2017.

Das skurrilste Beispiel stammt jedoch aus dem Jahre 2004. Damals beauftragte Finanzminister Karl-Heinz Grasser eine New Yorker Werbeagentur mit dem Design eines neuen Logos für sein Ressort. Kostenpunkt: 107.000 Euro.

Alexander W. Huber