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Politik Inland
01/02/2019

Programmieren mit Smarties, sprechen mit Sockenpuppen

In der Neuen Mittelschule in der Wiener Feuerbachstraße lernt jeder Schüler mit dem iPad

von Bernhard Gaul, Johanna Hager

Schularbeiten werden noch analog gemacht, weil sie archiviert werden müssen“, erklärt Maria Liebhart, stellvertretende Direktorin der NMSi Feuerbachstraße. Noch. Denn das Gros des Lernens in der Neuen Mittelschule mit Informatikschwerpunkt im zweiten Wiener Bezirk findet digital statt. Ohne das „Engagement der Lehrer, den Rückhalt der Eltern und die stete Begeisterung der Kinder wäre das nicht möglich gewesen“. Begonnen hat alles 2015 mit Lehrer Klaus-Jürgen Spätauf und einer Klasse.

Heute gibt es 400 Schüler und 41 Pädagogen in 15 iPad-Klassen. Jedes Kind hat sein eigenes iPad. Eltern, die sich das 300 Euro teure Gerät nicht leisten können, bekommen eines von der Schule zur Verfügung gestellt. Um beispielsweise spielerisch zu erfahren, wie sich ein Orchester zusammensetzt und klingt. Oder wie man den Satz von Pythagoras via Video etwaig besser erfasst. Apps mit Vorlesefunktion und Sockenpuppen-Anmutung helfen beim Vokabeln lernen – adäquate Aussprache inklusive. Gerechnet und konstruiert wird die Mathematik-Hausaufgabe indes noch handschriftlich. Auf- und abgegeben wird die Aufgabe aber als Digitalfoto. „Vergessen wird das iPad so gut wie nie zu Hause, die Hausaufgabe schon“, sagt Spätauf mit einem Augenzwinkern. Die Möglichkeit des digitalen Workflows sorge dafür, dass die Schüler die Korrekturen rascher bekommen und die Lehrer mehr Zeit hätten, sich individuell um die Schüler und um adaptierte Lehrinhalte zu kümmern.

Funktionsweisen des Programmierens werden spielerisch erklärt. Erst im Turnsaal mit Schulkollegen...

... dann mittels Smarties und zuzuordnenden Karten.

Am iPad programmieren die Schüler schließlich ihr eigenes Quiz.

2015 hatte Lehrer Klaus-Jürgen Spätauf die Idee, digitale Methoden in den Unterricht zu integrieren.

Lego allein war gestern. Hier lernen die Schüler Lego Robotics und nehmen an Wettbewerben teil.

"Engagement der Lehrer, Rückhalt der Eltern spielt eine große Rolle", sagt Maria Liebhart, stellvertretende Leiterin der NMSi Feuerbachstraße in Wien

Im Deutschunterricht über Fake-News zu reden, gehört ebenso dazu, wie die Relevanz von MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) zu verdeutlichen. Beim KURIER-Besuch zeigen die Schüler anhand einzelner Stationen, wie Programmieren funktioniert. Erst im Turnsaal spielerisch mit Kollegen, dann allein mittels Smarties und zuzuordnenden Farbcodes und zu guter Letzt mit Befehlen direkt am iPad, die schließlich ein selbstkreiertes Wissensquiz ergeben. Es gehe nicht darum, aus Kindern Programmierer zu machen, so Maria Liebhart. „Wichtig ist, dass sie die digitalen Möglichkeiten verstehen und für sich zu nutzen lernen.“

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