Postenschacher-Prozess: Opfer hatte Gehaltseinbußen von "0 €"

PK "STELLUNGNAHME VON ÖVP-KLUBOBMANN WÖGINGER ZU SEINEM VERFAHREN": WÖGINGER
ÖVP-Klubchef Wöginger steht ab Mittwoch wieder in Linz vor Gericht

Nach dem misslungenen Versuch, das Verfahren mit einer Diversion zu beenden, wird am Mittwoch der Prozess um mutmaßlichen Postenschacher gegen ÖVP-Klubchef August Wöginger und zwei Beamte in Linz fortgesetzt. Wöginger wird die Bestimmung zum Amtsmissbrauch vorgeworfen, weil er sich 2016/2017 dafür eingesetzt haben soll, dass ein ÖVP-Mann den Vorstandsjob im Finanzamt Braunau bekommt.

Die Verteidigungslinie hat sich inzwischen verschärft: Wöginger hatte ein strafbares Verhalten zwar immer bestritten, sich aber für die Folgen entschuldigt. 

Nun wird in seinem Umfeld die damals benachteiligte Bewerberin Christa Scharf ins Visier genommen – indem man ihre Qualifikation anzweifelt, ebenso wie die Darstellung, dass es ein „Rennen“ zwischen ihr und dem ÖVP-Mann gegeben habe: Er sei im Hearing auf Platz 1 gelegen, sie auf Platz 6, wird im Wöginger-Umfeld erklärt.

Zudem habe Scharf durch die Diskriminierung (die von der Gleichbehandlungskommission und vom Bundesverwaltungsgericht bestätigt wurde) keine Einbußen erlitten, heißt es. 

Die Richterin hat sich beim Finanzamt erkundigt, wie hoch die Gehaltsdifferenzzahlung gewesen sei. Die Antwort: „0 €“. Für die persönliche Beeinträchtigung wurde der Betroffenen aber eine Entschädigung von 5.000 Euro bezahlt. 

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