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Politik Inland
10/04/2020

Porträt von Minister Moser: "Unvollendet" wie seine Amtszeit

Neuzugang in der Ahnengalerie der Justiz.

von Raffaela Lindorfer

Nicht einmal eineinhalb Jahre lang war er im Amt, da setzte das Ibiza-Video seiner Ministerkarriere ein jähes Ende: Josef Moser, Justizminister der türkis-blauen Koalition bis Juni 2019.

"Unvollendet" ist auch sein Porträt, das nun in der Ahnengalerie des Justizministeriums aufgehängt wurde. "Ein Teil ist sichtbar, der andere nur skizziert“, erklärt Moser die Parallele zwischen Kunstwerk und türkis-blauem Regierungsprogramm.

Es ist Tradition, dass sich jeder Justizminister nach seinem Abschied malen lässt. Moser wollte aber nicht, wie einige seiner Vorgänger, nur sein Gesicht hübsch gemalt an der Wand hängen sehen, sondern eine Botschaft hinterlassen:

Die Künstlerin Albana Ejupi stammt aus dem Kosovo, und die Verbindungen zwischen Österreich und dem Westbalkan sei ihm bei der EU-Ratspräsidentschaft, "persönlich besonders wichtig“ gewesen, erklärt Moser.

Essenz des Charakters

Das scheinbar "Unvollendete" ist typisch für Künstlerin Ejupi, oft übermalt sie die Porträts auch beinahe zur Unkenntlichkeit. "Es war die Zeit, die Teile der Gesichter zerfressen und die unvollständige äußere Form erzeugt hat. Der sichtbare Rest stellt die Essenz des Charakters der jeweiligen Person dar; seine Erfahrungen, Erinnerungen und Gedanken", erklärt sie. 

Das Bild gibt es in zweifacher Ausführung – eines hat sich der 65-Jährige, der sich im März ganz aus der Politik zurückgezogen hat, für seine Wohnung anfertigen lassen.

Von der Künstlerin Ejupi gibt es ab 20. Oktober eine Solo-Ausstellung in der Galerie Lukas Feichtner in Wien (mehr dazu hier). 

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