Politik | Inland
11.06.2018

Pilz-Angelobung unter Protest der weiblichen Abgeordneten von Rot, Schwarz, Blau, Neos

Noch vor der Angelobung von Pilz verließen die Frauen das Plenum, nur jene der Liste Pilz blieben.

Unangenehm ist am Montagvormittag die Angelobung im Nationalrat für Liste Pilz-Gründer Peter Pilz verlaufen. Fast alle weiblichen Abgeordneten verließen demonstrativ den Plenarsaal. Pilz hatte ursprünglich auf sein Mandat verzichtet, nachdem Vorwürfe sexueller Belästigung öffentlich geworden waren, es sich in der Folge aber wieder überlegt und zieht nun doch wieder ins Parlament ein.

Praktisch geschlossen entschieden die Mandatarinnen der anderen Fraktionen, als stillen Protest einen Auszug vor der Angelobung vorzunehmen. Lediglich einzelne wie die Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures (SPÖ) wohl ob ihrer Funktion und NEOS-Abgeordnete Karin Doppelbauer blieben auf ihren Plätzen sitzen.

Pilz gegenüber dem KURIER: "Ich bin darauf eingestellt, dass ich heute selbst mit Männern der ÖVP und FPÖ wie etwa FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus eine Feminismus-Debatte führen werde." 

Überraschend ist auch Pilz' Sitzplatz-Wahl. Seine Nachbarin ist nämlich just Martha Bißmann, die er gerne aus dem Klub werfen würde, nachdem sie nicht zu seinen Gunsten auf ihr Mandat verzichtet hatte. Auf der anderen Seite hat sich mit Daniela Holzinger-Vogtenhuber eine weitere weibliche Abgeordnete neben Pilz platziert. Klubobmann Bruno Rossmann sitzt dafür in der letzten Reihe, was für einen Fraktionschef äußerst ungewöhnlich ist.

Anlass für die heutige  Sondersitzung waren neue Vorwürfe bezüglich der Hausdurchsuchung im BVT. Kurier.at berichtet ab 11.50 Uhr live von der Diskussion im Nationalrat.