Politik | Inland 15.04.2018

Jetzt live: Peter Kolba verlässt die Liste Pilz

Peter Kolba. © Bild: KURIER/Gilbert Novy

Klubchef der Liste Pilz wirft das Handtuch. Er verlässt die Partei, nicht aber den Klub.

 

Der Start der Liste Pilz nach der erfolgreich geschlagenen Nationalratswahl im Oktober war bekanntermaßen wenig ruhmreich: Noch bevor man mit der echten Arbeit im Parlament loslegen konnte, musste Listengründer Peter Pilz wegen Vorwürfen der sexuellen Belästigung zumindest vorübergehend abtreten – zumindest so lange, bis sich sämtliche Vorwürfe aufgeklärt hätten, erklärte der Ex-Grüne stets.

Das sollte – rechtzeitig vor zwei möglichen U-Ausschüssen – auch bald geschehen. Doch nun, gerade als sich die Pilz-Partie einigermaßen gefangen hat, schlittert sie in die nächste Krise: Klubobmann Peter Kolba, der nach dem Pilz-Abgang überraschend den Parlamentsklub übernommen hat, springt nun doch wieder ab und legt seine Funktion als Klubchef zurück. Die Presse berichtet, dass der Grund dafür ein interner Streit gewesen sei – als Quelle nennt das Blatt eine interne Facebook-Gruppe der Pilz-Partei, in der Kolba Rücktritt sowie Parteiaustritt im Frust klar und deutlich angekündigt hat.

Kolba selbst war am Sonntagabend nicht erreichbar – heute, Montag, wird er eine Pressekonferenz geben und dabei seine Sicht der Dinge darlegen.

In die Bresche springt nun Wolfgang Zinggl, Pilz-Abgeordneter und Kolba-Stellvertreter. Vom Austritt Kolbas wusste er nichts, wie er dem KURIER erklärt. Der Grund: „In dieser Facebook-Gruppe bin ich gar nicht Mitglied“, so der Ex-Grüne. Zinggl geht allerdings davon aus, dass Kolba trotz seines Parteiaustritts weiterhin im Pilz-Parlamentsklub bleibe. „Natürlich wollen wir, dass er auch Klubobmann bleibt. Aber Kolba hat immer gesagt, dass er diesen Job auch aufgrund seines schwierigen Gesundheitszustandes nicht lange machen will“, so Zinggl. Wilder Mandatar werde Kolba jedenfalls „sicher nicht“, sagt Zinggl. Das bestätigte am späten Sonntagabend auch Pilz dem KURIER – und dementierte mediale Gerüchte, ein Streit sei der Grund für Kolbas Rücktritt gewesen: „Das stimmt überhaupt nicht“, behauptet Pilz.

Von einem heftigen Disput will auch Zinggl, selbst gar nicht Parteimitglied, nichts vernommen haben. „Aber Aufbauarbeit ist nie einfach, da gibt es natürlich immer wieder Meinungsverschiedenheiten.“ Zinggls Mutmaßung: „Es wird dem Kolba halt einfach zu viel geworden sein, er wollte offenbar möglichst viel abgeben.“ Ob Kolba demnächst auch für eine Pilz-Rückkehr gänzlich auf sein Mandat verzichten werde, könne Zinggl nicht sagen: „Das müssen sie ihn bitte selbst fragen.“

( kurier.at ) Erstellt am 15.04.2018