APA9892232-2 - 20102012 - KLAGENFURT - ÖSTERREICH: ZU APA-TEXT II - SPÖ-Kärnten Vorsitzender Peter Kaiser am Samstag, 20. Oktober 2012, anl. seiner Wahl zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2013 im Rahmen einer "Kärnten-Konferenz" der Sozialdemokraten in Klagenfurt. APA-FOTO: GERT EGGENBERGER

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Peter Kaiser
02/26/2013

Marathon-Mann will ersten Platz

Peter Kaiser konnte die Sozialdemokraten einen und will auch als Zweiter den Landeshauptmannsessel.

Peter Kaiser (54) ist begeisterter Marathonläufer. Ein Marathon-Programm absolviert er auch im Wahlkampf. In den letzten vier Tagen vor dem sonntägigen Urnengang wird er, angelehnt an die 42(,195) Kilometer, noch 42 Gemeinden besuchen. Am Ende werden es alle 132 im Land sein.

Ausdauer ist auch angesagt, denn der Spitzenkandidat will ein 24-jähriges „Interregnum“ beenden. Als Peter Ambrozy 1989 als Wahlsieger den „Chefsessel“ in der Landesregierung dank ÖVP-Unterstützung (Harald Scheucher, später Klagenfurter Bürgermeister) an Jörg Haider (damals FPÖ) verloren hatte, endete eine zuvor 44 Jahre währende absolute rote Mehrheit in Kärnten.

Stimmenstärkste Partei

Kaiser will in die Tat umsetzen, was seinen Vorgängern Reinhart Rohr, Gaby Schaunig, Peter Ambrozy und Michael Ausserwinkler versagt geblieben war. Und er weiß, dass die SPÖ dazu stimmenstärkste Partei werden muss. In diesem Fall hätte er bei der Landeshauptmann-Wahl im Landtag sogar die Zustimmung seines größten Widersachers, Gerhard Dörfler.

Kein Polterer

Kaiser, seit frühen Jugendjahren Sozialdemokrat und SPÖ-Funktionär, kann für sich in Anspruch nehmen, mit der Übernahme des Vorsitzes vor drei Jahren die damals hoffnungslos zerstrittene Partei geeint zu haben. Er ist kein Polterer und Demagoge – was ihm außerhalb Kärntens von Parteifreunden angekreidet wird. Vor allem jene in Wien hätten gerne jemand anderen als Spitzenkandidat gesehen. Jemand, der dem Populisten Gerhard Dörfler (FPK) mit „gleichen Waffen“ begegnen könnte.

Kaiser stört das nicht. Er setzt auf Ausdauer und Hartnäckigkeit – Attribute, die nun einmal einen MarathonMann auszeichnen. Und er hofft, am Sonntag als Bester ins Ziel einlaufen zu können.

Fast zehn Prozent

Der rote Frontmann hat sich viel vorgenommen, denn bei der letzten Landtagswahl 2009 fuhren die Sozialdemokraten ein Minus von knapp zehn Prozent (9,69 %) gegenüber den Wahlen 2004 ein und rutschten unter die 30-Prozent-Marke. Deshalb formuliert Kaiser auf die Frage nach dem Wahlziel: „Ein Dreier soll vorne stehen.“

Peter Kaisers Vorlieben und Vorbilder

Selbstbeschreibung: Ehrlich, kritikfähig, hilfsbereit, grundsatztreu, konsensorientiert

Mit wem würden Sie gerne einen Tag lang tauschen? Mit dem Kapitän meiner Lieblingsmannschaft, den „Reds“ des FC Liverpool, der Nummer 8 - Steven Gerrard

Drei Wünsche: Gesundheit für meine Familie; dass Ehrlichkeit und Anstand wieder ganz oben auf der politischen Agenda stehen; den dringend notwendigen politischen Wechsel, den Kärnten für eine positive Zukunft braucht.

Lieblingsfarbe: rot

Lieblingsspeise: Grenadiermarsch und Schinkenfleckerl

Lieblingsbuch: „Alle Menschen sind sterblich“ von Simone de Beauvoir

Lieblingsfilm/TV-Serie: Ich bin ein leidenschaftlicher „Tatort“-Fan

Politisches Vorbild: Bruno Kreisky

Seen-Kauf: Ruf nach Staatsanwalt

Nach der Seebühne ist auch der Seen-Kauf in Kärnten zu einem Wahlkampfthema geworden. Ossiachersee, Maltschachersee und Hafnersee, damals im Besitz des ÖGB bzw. der BAWAG und des US-Fonds Cerberus, waren am 14. Dezember 2007 vom Land Kärnten für 43 Millionen Euro erworben worden. Drei Wochen zuvor hatte Jörg Haider dafür einen einstimmigen Regierungsbeschluss erwirkt.

Mittlerweile hat der Rechnungshof festgestellt, der Kaufpreis sei viel zu hoch gewesen. Die obersten Prüfer des Landes sprechen von zwölf Millionen Euro. Sie sprechen von „mangelhaft dokumentierten“ sowie von „nicht nachvollziehbaren“ und „überhöhten“ Gutachten. Ein Wiederverkauf scheiterte, weil der Erlös nur 18 Millionen Euro betragen hätte. Das führte schließlich zur Abschreibung in Höhe von 28,6 Millionen Euro.

Grünen-Spitzenkandidat Rolf Holub hat deshalb die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft eingeschaltet. „Der Deal inklusive Finanzierungskosten könnte bis zu 74 Millionen Euro kosten“, sagt er. Für Holub ist der Seen-Verkauf ein weiterer Beweis, dass der Proporz in Kärnten fallen muss. Er nimmt in seiner Kritik auch die SPÖ nicht aus, die am 20. November 2007 dem Deal zugestimmt habe.

„Die SPÖ konnte den Preis damals um 6,3 Millionen Euro drücken“, kontert SP-Chef Peter Kaiser: „Hätte das Land nicht gekauft, würden die Seen heute den Amerikanern gehören.“

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