Politik | Inland
20.11.2018

Pensionen: Mehrheit der Österreicher pessimistisch

Mehr als die Hälfte der Menschen rechnet mit spürbaren Verschlechterungen im Ruhestand.

Mit einer gehörigen Portion Pessimismus beurteilen die Österreicher die Entwicklungen im Pflege- und Pensionsbereich. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Studie des Instituts für Strategieanalysen, kurz ISA, sind 56 Prozent der Bürger, die die Pension noch vor sich haben, überzeugt, dass ihre Lebenssituation im Ruhestand "eher schlechter" sein wird als die jener Menschen, die bereits in Pension sind. An eine Verbesserung glauben gerade einmal vier Prozent, 35 Prozent rechnen mit keiner nennenswerten Änderung der Ist-Situation. 

Abgesehen von der zentralen Frage - nämlich ob man im Alter noch gesund sein wird - beschäftigt die Österreicher vor allem das Thema des Lebensstandards: Drei Viertel machen sich Sorgen, ob  sie ihren Lebensstandard halten können und wie hoch die Pension sein wird. Und de facto zwei von drei Menschen fragen sich, ob sie sich im Alter die Pflege noch leisten können, wenn sie sie benötigen. 

Vergleichsweise ernüchternd ist das Bild, wenn man die Österreicher danach fragt, welchen Institutionen sie kompetente Lösungen beim Pensionsthema zutrauen: Während die Arbeiterkammer und die Seniorenverbände von der deutlichen Mehrheit für inhaltlich sattelfest erachtet werden, sind die Zustimmungsraten bei der Politik auffallend niedrig: 

"Vor allem die niedrigen einstelligen Zustimmungswerte bei der Bundesregierung oder auch den Politikern im Nationalrat sind auffallend schlecht", sagt ISA-Chef Peter Filzmaier, der die Studie im Auftrag der Silver Living GmbH, einem Anbieter für frei finanzierte Seniorenwohnanlagen, erstellt hat. 

Das ist auch der Grund, warum die Bevölkerung mehrheitlich der Meinung ist, die Politik sei nicht in der Lage "gute Lösungen" zu finden. Weniger als die Hälfte der Österreicher glaubt, dass die Politik taugliche Lösungen für die Gesundheit der älteren Bevölkerung findet. Und auch was die Frage des "geeigneten Wohnraums für Ältere" angeht, sind nur 46 Prozent überzeugt, dass es sicher oder eher schon Grund zum Optimismus gibt. 

Filzmaier über Auftrag an Politik