ORF und Kanzleramt schlossen Krisenallianz

Ein Mann mit Brille und grauem Haar trägt einen Anzug.
Dabei herrscht zwischen dem rotem ORF-Boss und dem türkisem Kanzlerbüro nicht gerade das beste Vertrauensverhältnis.

Informieren, aufklären, helfen: Eine Krisensituation wie derzeit fordert nicht nur das Gesundheitswesen und die Politik, sondern hat auch gesteigerten Kommunikationsbedarf zur Folge.

Vor diesem Hintergrund liegt es nahe, dass die Bundesregierung und der öffentlich-rechtliche Rundfunk eng kooperieren. Obwohl das einleuchtet, hat die Konstellation politisch dennoch eine pikante Note. Denn zwischen rotem ORF-Boss und türkisem Kanzlerbüro herrscht nicht gerade das beste Vertrauensverhältnis.

Konflikte hin oder her – Alexander Wrabetz und der Medienbeauftragte von Kanzler Sebastian Kurz, Gerald Fleischmann, haben jedenfalls zur Bewältigung der Corona-Krise mehrere Kooperationen auf Schiene gebracht.

Heute, Sonntag, startet die große Bewusstseinskampagne „Schau auf dich, schau auf mich – so schützen wir uns“. Entstanden ist die Aktion in Kooperation zwischen dem Generalsekretär im Gesundheitsministerium, Stefan Wallner, und dem Rettungskommandanten des Roten Kreuzes, Gerry Foitik, sowie Fleischmann. Letzterer vereinbarte mit Wrabetz, dass der ORF die Kampagne täglich und unentgeltlich senden wird. Laut einem internen Papier, das dem KURIER vorliegt, ist das Ziel, „die Bevölkerung aufzuklären, wie wichtig es in den kommenden Wochen ist, die sozialen Kontakte zu reduzieren, um vor allem ältere Menschen zu schützen“. Getragen wird diese Kampagne von Kanzleramt, Gesundheits- und Innenministerium.

Auch dass der ORF die Gesundheitshotline 1450 unentgeltlich bewirbt, geht auf eine Absprache zwischen Wrabetz und Fleischmann zurück. Flankiert ist diese Aktion von einer Kampagne des Gesundheits- und Innenministeriums, in der über wichtige Hygienemaßnahmen informiert wird.

Ebenfalls zwischen Wrabetz und Fleischmann ist besprochen, dass der ORF heilige Messen der Kirchen sendet, wenn die Kirche ab Montag den Gottesdienst einstellt.

Und auch das Schulfernsehen (der KURIER berichtete), das der ORF ab Montag zwischen 9 und 12 Uhr senden wird, bis die Schulen wieder öffnen, ist zwischen Kanzleramt und ORF abgestimmt.

Ein Banner zum Thema Coronavirus mit Informationen und Grafiken.

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