Landeshauptmann Pühringer hält an Mietvertrag mit Burschenschaft fest

© APA/HERBERT NEUBAUER

KZ-Überlebende warnen
10/20/2016

"Oberösterreich mit Schande bedeckt"

Rechten-Treff. Pühringer will trotz Protests Kongress nicht untersagen.

von Johanna Hager

Franz Vranitzky, Erhard Busek und Elfriede Jelinek sind nur drei der 70 Prominenten, die Landeshauptmann Josef Pühringer auffordern, "Oberösterreich das blamable Rechtsextremisten-Treffen zu ersparen". Die nationale Vereinigung ANED, die alle KZ-Überlebenden Italiens und deren Angehörige vertritt, hält schriftlich fest, dass es sich um eine "nicht tolerierbare Beleidigung des Gedenkens an die Opfer" handelt. Und dass das Bild Oberösterreichs mit Schande bedeckt wird, sollte das "Europäische Forum Linz" stattfinden.

Der Adressat der Kritik, Pühringer, sieht jedoch keinen Handlungsbedarf. "Am Stand der Dinge ändert das nichts", heißt es auf KURIER-Nachfrage. Stein des Anstoßes ist, dass am 29. Oktober der "Kongress: Verteidiger Europas", der sich als "eine Leistungsschau der patriotischen, identitären und konservativen Arbeit" versteht, in den Linzer Redoutensälen stattfinden soll. Pühringer ist somit Vermieter der Säle – und hält trotz Protests an dem Mietvertrag mit den Organisatoren fest. Dass Teilnehmer wie Redner aus dem rechten und rechtsextremen Milieu stammen, die artverwandte "Konferenz der Souveränität/Patrioten aller Länder" in Köln genau deshalb abgesagt wurde, tangiert nicht. Pühringer beruft sich auf einen Verfassungsschutz-Bericht, der trotz rechtsextremer Teilnehmer keinen Grund sieht, den Kongress zu untersagen.

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