© APA/HELMUT FOHRINGER

Politik | Inland
06/17/2019

Nimmt er EU-Mandat an? Strache macht es noch einmal spannend

Mit einem Beratervertrag und Zugriff auf die Facebook-Fans versucht ihm die FPÖ, die Annahme des Mandats auszureden.

Der Countdown läuft und Heinz-Christian Strache macht es bis zuletzt spannend, ob der das EU-Mandat annimmt, das ihm dank seiner 45.000 Vorzugsstimmen rechtlich zusteht.

Heute, Montag, will er – wohl wieder via Facebook – bekanntgeben, ob er nach Brüssel geht oder nicht. Am Sonntag war dazu niemandem in seinem Umfeld ein Kommentar zu entlocken.

Als am Freitag bekannt wurde, dass Straches Frau Philippa auf dem 3. Platz der Wiener Landesliste für die Nationalratswahl kandidieren wird, sprachen viele Beobachter von einem „Deal“. Frau Strache habe die Aussicht auf ein Nationalratsmandat und damit ein Einkommen von 8.930,90 Euro.

Der Ex-FPÖ-Chef, der alle Ämter zurücklegte und de facto ohne Einkommen dasteht, verzichte im Gegenzug auf sein EU-Mandat.

Doch falsch gedacht. „Es gibt keinen Deal“, betonen das Ehepaar Strache wie auch Wiens designierter FPÖ-Chef Dominik Nepp. Gleichlautend auch die Antwort von politischen Weggefährten auf KURIER-Nachfrage am Wochenende. „Möglich ist derzeit alles“, heißt es.

Zwei Optionen

Für möglich gehalten wird, dass Strache das EU-Mandat nicht annimmt. Stattdessen könnte er – nach Aufklärung der Ibiza-Affäre – als Spitzenkandidat in die Wien-Wahl 2020 gehen. Bis dahin, das bedingt sich Strache laut KURIER-Informationen aus, will er weiter uneingeschränkte Handhabe bei seinen 800.000 Facebook-Fans haben. Zudem soll dem Ex-FPÖ-Chef ein Beratervertrag in Aussicht gestellt werden.

Für möglich halten Insider aber auch, dass Heinz-Christian Strache das EU-Mandat annimmt. Er sei „durch und durch Politiker, der die Öffentlichkeit genießt und sucht“. Und: „Schwer vorstellbar, dass er sich in den kommenden Monaten im Hintergrund hält.“ Genährt wird diese Option durch ein Österreich-Interview Straches, in dem er sagt, er sei „zu jung für den Ruhestand“.