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Politik Inland
09/25/2019

Niederösterreichs Schüler wählten Grün und Pink

1.200 Jugendliche waren bei Konfrontation der NÖ Spitzenkandidaten in Wiener Neustadt, Herbert Kickl sagte kurzfristig ab

Würde nur die Jugend wählen, gäbe es am Sonntag einen politischen Umsturz und besonderen Jubel bei den Grünen. Sie landeten bei einer Abstimmung unter rund 1.200 Schülern aus ganz Niederösterreich knapp an der Spitze. Und das, obwohl ihre Vertreterin Elisabeth Götze auf der Bühne nicht wirklich überzeugen konnte. Anlass war das Aufeinandertreffen der Spitzenkandidaten aus NÖ in der Arena Nova in Wiener Neustadt.

17 Prozent gaben nach der Diskussion an, dass sie am Sonntag Grün wählen werden. 15 Prozent entfielen auf die ÖVP, 12 auf die Neos, 11 auf die SPÖ und an letzter Stelle landete die FPÖ mit 10 Prozent. 32 Prozent allerdings wissen noch nicht genau, wem sie ihre Stimme geben werden.

Bei der Bewertung der Diskutanten fiel die Kugel auf Pink. Da konnte Nikolaus Scherak von den Neos mit 29 Prozent am meisten überzeugen. Dahinter Wolfgang Sobotka (ÖVP) und Sonja Hammerschmid (SPÖ) mit je 15 Prozent, nur an vierter Stelle die Grüne Elisabeth Götze (13 Prozent). Und erneut an letzter Stelle die FPÖ (10 Prozent). Der Rest wollte sich nicht entscheiden.

Herbert Kickl krank

Für die Freiheitlichen hatte überraschend der Guntramsdorfer Abgeordnete Christian Höbart Platz genommen. Als Ersatz für Ex-Innenminister Herbert Kickl. Der hatte rund eine Stunde vor Beginn der Veranstaltung plötzlich abgesagt. Krankheitsbedingt, wie den Schülervertretern vom Sekretariat telefonisch mitgeteilt wurde. Als die Absage in der Halle verkündet wurde, quittierten das die Schüler mit einem fast zynischen Gelächter. „Eigentlich hätte ich gerne gehört, wie Herr Kickl bei so einer Diskussion argumentiert“, zeigte sich ein 16-Jähriger aus dem BG Babenbergerring in Wiener Neustadt enttäuscht. Wählen würde er ihn allerdings nie.

Aber auch ohne Herbert Kickl wurde die 90-Minuten-Diskussion – organisiert und moderiert von der Landesschülervertretung – mit viel Interesse verfolgt. Es gab kaum Jugendliche, die in dieser Zeit die Halle verließen. Und die Diskutanten selbst zeigten sich disziplinierter als bei so mancher Fernsehkonfrontation.

Zur Auflockerung gab es Wordraps und Antworten mit Taferln. Etwa auf die Frage, ob Asylwerber trotz einer begonnenen Lehre abgeschoben werden sollen. FPÖ-Mann Christian Höbart hob das Ja-Taferl, der Rest antwortete mit Nein. Überraschend auch Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka, obwohl die vergangene türkis-blaue Regierung für die konsequente Vollstreckung dieser Abschiebebescheide eingetreten war.

Das Staunen auf dem Podium beantwortete Sobotka so: In erster Linie sei er für die rasche Abwicklung von Asylverfahren. Wenn jemand bereits eine Lehre begonnen hat, sollte er aber nicht mehr abgeschoben werden. Dass das zuletzt anders gesehen worden war, sieht er einem „Kompromiss in der Regierung“ geschuldet.

Beim Wordrap zum Start war Persönliches gefragt. Wolfgang Sobotka outete sich, dass er mit Freunden am Abend am liebsten ein Glaserl Wein aus der Wachau trinkt. Sonja Hammerschmid nannte das Burgenland als ihre Urlaubsdestination. Nikolaus Scheraks liebster Platz in Niederösterreich ist Oberwaltersdorf und Christian Höbart findet die beste Abwechslung bei Ausdauer- und Kraftsport. Die Grüne Elisabeth Götze wurde gefragt, worauf sie sich am meisten freut. „Wenn der Wahltag endlich vorbei ist“, so die prompte Antwort.

Klima und Bildung

Vor der Konfrontation konnten die Schüler aus einer langen Liste jene drei Themen auswählen, über die diskutiert werden soll. Das Ergebnis: Klima und Umwelt, Bildung sowie Asylwesen und Integration. Bei der Bildung wollten die Schüler Antworten zu den Zugangsbeschränkungen an den Universitäten. Eine völlige frei zugängliche Universität propagierte dabei nur Elisabeth Götze. Alle anderen bekannten sich zu den Auswahlverfahren.