Neues Schmid-Protokoll: „Druck“ und „Interventionen“

Schmid testifies before committee of inquiry over OeVP corruption allegations
Die Justiz hat dem möglichen Kronzeugen Thomas Schmid vor wenigen Wochen wieder auf den Zahn gefühlt. Der KURIER hat das Protokoll – und bringt die wichtigsten Inhalte.

Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ist noch nicht fertig mit Thomas Schmid: Obwohl die Ermittler den früheren Intimus von Sebastian Kurz mehr als ein Dutzendmal einvernommen haben, wollten sie Aussagen des möglichen Kronzeugen noch einmal hinterfragen. Laut einem dem KURIER vorliegenden Einvernahmeprotokoll war Schmid am 17. und 18. Juli wieder bei der WKStA in der Wiener Dampfschiffstraße, im Wesentlichen ging es um folgende Themenkomplexe:

Finanzamt Schärding

Schmid hat bei früheren Einvernahmen zu Protokoll gegeben, dass er als Generalsekretär im Finanzministerium einem hochrangigen Beamten signalisiert hat, ÖVP-Klubchef August Wöginger habe einen Favoriten für die Führung des Finanzamtes Braunau-Ried-Schärding.

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Im jüngsten Einvernahmeprotokoll bleibt Schmid dabei, dass allen Beteiligten klar war, dass die Entscheidung der zuständigen Personalkommission einer Vorgabe – nämlich den Wünschen Wögingers – zu folgen hat. Schmid: „Ich habe B. gesagt, diese Personalie (die Besetzung im Finanzamt Braunau; Anm.) ist Wöginger wichtig, und wenn wir ihm die ‚geben‘, dann haben wir unsere ‚Ruhe‘ im Finanzministerium und können auch in anderen Belangen, zum Beispiel in sozialpolitischen, vom ÖAAB bzw. der ÖVP etwas haben.“ Wöginger sei „draufgeblieben“. „Und damit meine ich, dass er mehrmals interveniert hat.“

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