DEMISSIONIERUNG DER BUNDESREGIERUNG: VAN DER BELLEN / RAUSKALA

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Politik Inland
10/10/2019

Neue Wende in Rennen um Rektorsposten in OÖ

Nun Erstgereihter ist mit hoher Beamtin des Ministeriums verheiratet. Sie sei aber in Verfahren laut Ministerium "nicht involviert".

von Bernhard Gaul

Seit Monaten verzögert sich die Bestellung des Rektors der Pädagogischen Hochschule in Oberösterreich, sie ist die zweitgrößte in Österreich.

Im Dezember 2018 gab es ein Hearing der Kandidaten, anschließend hatte der Hochschulrat als oberstes Gremium der Hochschule ein Gutachten an das Ministerium geschickt.

Dabei wurde der amtierende Rektor Herbert Gimpl, der SP-nahe ist, an erster Stelle gereiht, gefolgt von dem Hochschulprofessor Walter Vogel, der bereits einmal Vizerektor einer PH in der Steiermark war.

Gimpl führt derzeit die Schule interimistisch, bis er wiederbestellt oder ein anderer von Bildungsministerin Iris Rauskala bestellt wird.

Der Hochschulrat hat sich inzwischen in einem Brief an Bundespräsident Alexander Van der Bellen gewendet. Man sei darüber verärgert, dass das Ministerium seit sieben Monaten keine Entscheidung treffe und befürchte, "dass es möglicherweise eine politische Entscheidung" gebe.

Nach Informationen der Oberösterreichischen Nachrichten soll das vom Hochschulrat einstimmig abgesegnete Ranking an der Spitze umgedreht worden sein: Nun soll der Zweitgereihte Walter Vogel vor Herbert Gimpl gereiht worden sein. Vogel solle mehr „Forschungskompetenz“ als Gimpl haben.

Gegenüber dem KURIER will das Ministerium nicht bestätigen, dass bereits eine Entscheidung gefallen ist.

Bestätigt wird aber, dass Vogel mit einer hohen Beamtin, der Gruppenleiterin der Gruppe II/B verheiratet ist. Diese ist laut Organigramm des Ministeriums für „Rechtliche Angelegenheiten der Pädagogischen Hochschulen“ als auch für „Verfahren zur Bestellung von Rektorinnen/Rektoren und Vizerektorinnen/Vizerektorinnen“ zuständig.

„Das Verwandtschaftsverhältnis ist bekannt“, heißt es dazu aus dem Ministerium auf KURIER-Nachfrage.

Die Beamtin sei aber „nicht in diesem Verfahren involviert“. Außerdem gebe es „keine Sippenhaftung“.