Politik | Inland
15.07.2018

Nehammer kritisiert Hacker: "Weltfremde Weltanschauung"

Nach Interview mit Wiener Sozialstadtrat scharfe Kritik von VP-General und FP-Klubchef.

Zu teils heftiger Kritik vonseiten der Regierungsparteien ÖVP und FPÖ hat das Interview im Sonntag-KURIER mit Wiens Sozialstadtrat Peter Hacker geführt. ÖVP-Generalsekretär Karl Nehammer unterstellt dem Wiener SPÖ-Politiker „völlig realitätsfremde Aussagen“. FPÖ-Klubobmann Johann Gudenus meint, Hacker habe „als Politiker in der Hauptstadt Österreichs nichts verloren“.

Besonders Hackers Einschätzung, es gäbe „keine Parallelgesellschaften“ in Wien, sorgt bei den Regierungspolitikern für Wirbel. „Das ist eine bewusste und sträfliche Überzeichnung“, erklärte Hacker, „natürlich gibt es Menschen mit unterschiedlichen Kulturen, da müssen wir viel tun. Aber von Parallelkulturen zu reden, ist genauso boshaft wie ständig zu diskutieren, wie viel Geld jemand mit sechs Kindern haben darf.“

Für Nehammer ist das Beleg für eine „völlig weltfremde politische Weltanschauung: Jeder sieht, dass durch das Anwenden bestimmter Symbole wie des Kopftuches bei Kindern eine Gesellschaft entstehen kann, die von Unterdrückung und oftmals Zwang lebt. Wenn der Sozialstadtrat sich damit identifizieren kann, halte ich das für sehr gefährlich“, so Nehammer in einer Aussendung.

Gudenus: „Rosarote Migrantenbrille“

Gudenus wirft dem Sozialpolitiker vor, die Situation durch eine „rosarote Migrantenbrille“ zu filtern. Und er sieht auch Hackers Kritik an der geplanten Kürzung der Mindestsicherung als verfehlt an: „Wien gibt hunderte Millionen an Steuergeldern für Einwanderer aus aller Herren Ländern aus, welche sich weder integrieren noch für ihren Lebensunterhalt selbst sorgen wollen.“

Kritik gab es aber auch an Hackers Sichtweise, wonach für ihn „eine Lederhose in einer Millionenstadt ein Kulturschock“ sei. „Die Lederhose ist ein wichtiges Kulturgut und Ausdruck des österreichischen Lebensgefühls“, entgegnete die NÖ-Bauernbunddirektorin Klaudia Tanner.