Muslimische Jugend startet Bildungsoffensive gegen politischen Islam
Die Muslimische Jugend Österreich (MJÖ) hat am Montag ihre bereits zuvor angekündigte bundesweite Bildungsoffensive gegen den politischen Islam vorgestellt. Als Unterstützung hat sich die Jugendorganisation dafür den ehemaligen Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka (ÖVP) geholt. In einer gemeinsamen Pressekonferenz betonten Vertreter und Vertreterinnen der Jugendorganisation ihre Motivation: Man wolle selbsternannten TikTok-Predigern die Stirn bieten.
Auch wenn konkrete Details zur Bildungsoffensive noch ausstehen, sind die Schwerpunkte bereits gesetzt: So sollen etwa die Fragen geklärt werden, wer hinter den Narrativen islamistischer Akteure steht und wie diese Jugendliche beeinflussen. Mit dem Projekt „Gemeinsam gegen den politischen Islam“ sollen Partner und Partnerinnen aus Politik, Bildung, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammenarbeiten, um Jugendliche vor demokratiefeindlichen und frauenverachtenden Einstellungen zu schützen und zu „immunisieren“.
Kein Generalverdacht
Die MJÖ will nun zuerst gemeinsam mit Expertinnen und Experten über den Sommer erarbeiten, wo genau die Workshops, Vorträge und dergleichen stattfinden sollen. Dabei gehe es nicht darum, dem politischen Islam mit Generalverdacht oder Leugnung zu begegnen, sondern mit Argumenten, hieß es. Nützlich sei dabei, dass man selbst Teil der Community sei. Man kenne die vermeintlichen theologischen Argumente der Akteure des politischen Islams, denen Jugendliche verstärkt etwa auf TikTok und Social Media ausgesetzt sind.
„Die islamische Gesellschaft ist viel größer, bunter und diverser, als wir es uns vorstellen“, betonte Sobotka, der Präsident der ÖVP-Parteiakademie Campus Tivoli ist, die sich mit dem Thema bereits ausführlich beschäftigt habe. Mit der MJÖ habe er bereits als Innenminister Kontakt gehabt. Wenn einem die Bedrohung liberaler demokratischer Gesellschaft ein Anliegen ist, müsse man auch dagegen auftreten, ermutigte er die Jugendorganisation in ihrem Vorhaben.
Schriftenreihe als Nachschlagewerk
Weiterer Teil der Bildungsoffensive ist nicht zuletzt die Qualifizierung ehrenamtlicher Jugendleiterinnen und -leiter. Den Abschluss der Bildungsoffensive bildet eine Schriftenreihe, die der Ideologie des politischen Islams theologisch und wissenschaftlich „den Boden entziehen“ soll. Diese Publikationen werden dann der Öffentlichkeit als Nachschlagewerk und Argumentationshilfe zur Verfügung gestellt.
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