Politik | Inland
06.08.2015

Medizin-Aufnahmetest: Gender Gap bei Ergebnissen

Bei den Aufnahmetests haben erneut die männlichen Studienwerber besser abgeschnitten.

Während die Frauenquote bei den Angetretenen noch bei 58 Prozent lag, gingen die Studienplätze in etwa zur Hälfte an Männer und Frauen. Gegenüber dem Vorjahr ist die Erfolgsquote der Frauen damit praktisch gleich geblieben.

Insgesamt traten am 3. Juli an den Medizin-Unis Wien, Innsbruck und Graz sowie der Medizinischen Fakultät der Uni Linz 11.409 Personen zur Aufnahmeprüfung an. Davon waren 6.645 Frauen (58 Prozent) und 4.764 Männer (42 Prozent). Aufgenommen wurden 1.561 Personen, davon 789 Frauen (51 Prozent) und 772 Männer (49 Prozent). Im Vorjahr war das Ergebnis ähnlich.

Kritik kommt diesbezüglich von der ÖH. Das Format müsse so abgeändert werden, dass mehr Frauen einen Studienplatz bekommen. Der Test weise "deutliche Ungerechtigkeiten beim Geschlechterverhältnis" auf.

Unterschiede an den Unis

Die Erfolgsquoten je nach Uni waren dabei unterschiedlich: An der Medizin-Uni Wien und der Uni Linz lag heuer der Frauenanteil bei den Prüfungskandidaten bei jeweils 59 Prozent - in Wien betrug er bei den Aufgenommenen dann 54 Prozent und in Linz 45 Prozent. In Graz waren 56 Prozent der Studienwerber und 45 Prozent der Aufgenommenen Frauen, in Innsbruck 58 Prozent der Prüflinge und 51 Prozent der Aufgenommenen.

Die Studienwerber mussten bei den an allen Standorten gleichzeitig stattfindenden Aufnahmeprüfungen auch heuer wieder die bundesweit einheitlichen Tests absolvieren. Diese setzen sich aus einem "Basiskenntnistest" über schulisches Vorwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, einem Textverständnistest, einem Test über "Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten" (Zahlenfolgen, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Figuren zusammensetzen, Wortflüssigkeit sowie Implikationen erkennen) sowie (heuer erstmals) einem Test über "Soziales Entscheiden" zusammen. In letzterem wurde erhoben, wie in sozialen Situationen Entscheidungen getroffen und welche Überlegungen für die Entscheidungsfindung angestellt werden. Zahnmediziner mussten statt Textverständnis und dem Erkennen von Implikationen manuelle Fertigkeiten nachweisen.

75 Prozent der Studienplätze gehen jeweils an Kandidaten mit österreichischem Maturazeugnis, 20 Prozent an Bewerber aus der EU und fünf Prozent an Studienwerber aus Drittstaaten.